Bitcoin Mining: Nicehash und die Umsatzsteuer! – BMF Antwort!

Das Thema Nicehash und die Umsatzsteuer beim Mining, war ja immer wieder in der Diskussion. Aus diesem Grund habe zu diesem und zu anderen Themen eine Anfrage das BMF gestellt. Diese wurden mir beantwortet und in den folgenden Wochen werde ich auf diesem Blog die Antworten veröffentlichen. Die News zum Thema Besteuerung von Kryptowährungen kommen immer Dienstag und Mittwoch.

Nicehash und die Umsatzsteuer!

Schon auf Steuern mit Kopf habe ich das BMF in einer Aussage kritisiert. Es ging darum, dass im BMF-Schreiben vom 27.02.2018 das ganze sehr vage formuliert wurde und viel Raum für Spekulationen offen lässt. Aus diesem Grund habe ich mehrere Anfragen gestellt, welche meine bisherige Beurteilung bestätigt.

BMF-Schreiben gilt nicht für Nicehash!

Im BMF-Schreiben vom 27.02.2018 hat der BMF erwähnt, wenn „kein identifizierbarer Leistungsempfänger“ vorliegt, dass eine nicht Steuerbarkeit in der Umsatzsteuer vorliegt. Diese Aussage hielt ich damals wie heute als irreführend und auch nicht ganz korrekt. Der Teufel steckt schließlich im Detail. Für viele war das Mining damit abschließend geklärt, jedoch ist das nicht ganz richtig.

Das Mining muss unterteilt werden. Im Falle von Nicehash liegt ein „identifizierbarer Leistungsempfänger“ vor. Das kann auf der Homepage des Anbieters auch nachvollzogen werden. Das ergibt sich daraus, dass eine gültige Umsatzsteuer-ID vorliegt und das Prüfungsergebnis dieser Nummer auch positiv ausfällt. (Quelle) (Prüfung)

Oberflächliches bestätigt!

Wie auch bereits an anderer Stelle geschrieben und gesprochen hat das BMF-Schreiben nichts neues gebracht. Viele wichtige Fragen blieben unbeantwortet. Auch zu tiefgreifenden Fragen hält sich das BMF noch bedeckt. Einige Antworten auf offene Fragen werde ich demnächst auf diesem Blog veröffentlichen, welche sich jetzt im Rahmen von weiteren Gesprächen und Schriftverkehr ergaben. Einiges wird immer Fluch und anderes ein Segen sein.

Nicehash Umsatzsteuer!

Das Bundesministerium für Finanzen hat mit Blick auf Nicehash den Begriff erweitert. In vorliegenden Ausführungen wurde darauf hingewiesen, dass das BMF-Schreiben vom 27.02.2018 in diesem Zusammenhang nicht anwendbar ist. Die Folge ist, dass eine Umsatzsteuerpflicht gegeben ist, welche auch gleichzeitig einen Vorsteuerabzug zur Folge hat. Das heißt, beim Nicehash Mining oder einem anderen Anbieter der als identifizierbar gilt, greifen die Aussagen des BMF vom 27.02.2018 nicht.

Das BMF hat auch hier deutlich gemacht, dass im Falle eines Tausches von Rechenleistung gegen Kryptowährungen und bei einer Vermittlungsleistung durch einen Anbieter, das Mining eine Auswirkung zur Folge hat.

Mining und die Steuer

In diesem Zusammenhang möchte ich die Zusammenhänge nochmals darstellen. Im Falle des Mining kann eine Leistung nach § 22 Nr. 3 EStG vorliegen. Das ist dann der Fall, wenn es im Privatvermögen betrieben wird. Im Kreis der langjährigen Steuerberater und Experten wurde immer die „gefühlte Grenze“ von 20.000 € Investitionssume angesprochen.

Alles darüber kann im Normalfall gewerblich deklariert werden, wobei die großen Mandante im Bereich Mining nicht in Deutschland sind. Das würde aber heißen, wenn der Sitz in Deutschland ist, dass man gewerbliche Einkünfte versteuern muss. Die Folge wäre eine Gewerbeanmeldung mit der Bezeichnung „Vermietung von Rechenleistung“. Die Einkünfte wären dann in Form einer Einnahmenüberschussrechnung bei der persönlichen Steuererklärung anzugeben. Der Steuersatz ergibt sich aus dem persönlichen Steuersatz, das heißt zwischen 0 und 45 %. Die umsatzsteuerliche Frage entscheidet sich dann nach dem „Mining“-Partner.

In der Folge werden auf diesem Blog noch weitere Kommentare aus BMF und dem Expertenkreis der Steuerberater und Experten im Bereich Kryptowährungen veröffentlicht. Einiges wird neu sein, anderes wird mehr Rechtssicherheit bringen.

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