Firmenwagen statt Sicherheit und Reichtum!

Ich unterhalte mich ja sehr viel mit unterschiedlichen Menschen und so treffen auch öfter Menschen mit unterschiedlichen Ansichten aufeinander. Das kann dann ausarten, wenn der eine vielleicht mehr oder weniger Weitsicht oder Wissen hat, als der andere. Das passiert oft dann, wenn man Firmenwagen statt Sicherheit und Reichtum wählt.

Firmenwagen statt Sicherheit und Reichtum

Das Auto ist dem Deutschen wichtig, genauso wichtig ist dem Deutschen auch sein Haus. Aber ein Auto kann eine große finanzielle Falle sein. Das liegt daran, dass wir aus dem Buch von Robert Kiyosaki gelernt haben, dass es einen Unterschied zwischen Assets und Verbindlichkeiten gibt. Assets sind grundsätzlich alle Vermögensgegenstände, welche dir einen positiven Cashflow bescheren. Verbindlichkeiten sind alle Vermögensgegenstände, die dir Geld aus der Tasche ziehen. Das Auto fällt damit unter die Kategorie Verbindlichkeiten, außer man braucht es für die Arbeit.

Luxus statt Rendite

Ich stelle jedoch immer öfter fest, dass Menschen immer noch nach dem Motto handeln, besser Schein als Sein. Ein Kollege von mir bekommt jedes Jahr eine Gehaltserhöhung von fast 4 %. Er kann jedes Jahr neu entscheiden, wie er diese verwendet und, ob er einen neuen und größeren Firmenwagen will oder, ob er eine Gehaltserhöhung bekommt. Dieser Kollege hat sich jetzt eine Wohnung gekauft. Das ist schon eine finanzielle Belastung, aber kann auch eine Investition sein. Jedoch zieht er selbst ein und will dort die nächste Zeit wohnen.

Steuerlich heißt das, dass er kaum Dinge absetzen kann und zum anderen die Last für Schäden und auch die Finanzierung selbst tragen muss. Er hätte also die Option, dass er ein höheres Nettogehalt erhält, jedoch will er ja auf den Luxus eines neuen KFZ nicht verzichten. Schließlich übernimmt sein Arbeitgeber alle Kosten und er muss nur die 1 % Regelung versteuern. Wirtschaftlich ist dieser Umstand schon ein bisschen nachteilig, aber es sieht doch so gut aus, oder?

Luxus statt Weitsicht!

Wer Luxus statt Weitsicht wählt, kann langfristig auf finanzielle Probleme stoßen. Der Aufbau einer Rücklage sollte bei einem Eigenheim oder der selbst genutzten Eigentumswohnung nie unterschätzt werden und eine Priorität sein. Diese Rücklage könnte für einen ETF-Sparplan, das neue Go&Grow von Bondora, Bausparer oder ein Festgeld aufgewendet werden. Das war mein Ratschlag an meinen Kollegen. Es ging darum, dass er sich auf die Anschlussfinanzierung einstellen muss. Diese Anschlussfinanzierung wird irgendwann fällig werden. Sollte sich an seiner persönlichen Situation etwas ändern, dann kann das schnell zu Problemen führen. Ein kleiner Sparplan wird auch dein Leben nur wenig verändern, aber du bist vorbereitet.

Problematisch ist das vor allem dann, wenn die Finanzierung schon auf Anschlag ist. Auch das ist heute sehr häufig der Fall.

Risiken mit Ansage!

Es gibt einige Risiken, die hier relevant werden könnten. Natürlich zuerst einmal der Arbeitsplatz. Wir leben in einer Zeit, in der die Märkte Boomen und auch viele Unternehmen neue Investitionen wagen. Dieser Optimismus führt aber auch dazu, dass leichtsinnige Entscheidungen getroffen werden. Was würdest du tun, wenn du deinen Arbeitsplatz verlierst und eine Wohnung finanzieren musst, hilft dir da dein Firmenwagen? Der wäre ja dann auch weg, denn dein Arbeitsplatz ist nicht so sicher wie du denkst!

Anschlussfinanzierung ist das nächste Stichwort. Während viele nicht an Morgen denken, sollte man eher schon an die nächsten zehn Jahre denken. Du weißt genau, dass zum einen die Zinsbindung und auch die Finanzierung auslaufen wird. Wenn du jetzt keine Absicherung hast, dann musst du die Kröte schlucken und womöglich einen schlechten Zins oder andere Konditionen hinnehmen. Das kann dich sehr hart treffen, wenn du das Darlehen noch nicht ganz oder hinreichend getilgt hast. Sollte die Tilgung auf 10 oder 15 Jahre laufen, dann bist du schon fein raus. Hier auch der Grund warum ich einen Bausparer abgeschlossen habe.

Viele denken nicht daran, dass nur, weil eine Wohnung neu ist, dass es keine Reparaturen gibt. Es kann schnell mal passieren, dass eine Scheibe kaputtgeht oder auch etwas anderes. So eine Reparatur kann dann schnell zwischen 200 und 1.000 € oder mehr kosten. Wenn man das Geld dann nicht flüssig hat, dann läuft hier das nächste Problem auf. Das ist vor allem dann schlecht, wenn das gesamte freie Kapital in die Tilgung läuft.

Planung hilft!

Für die Finanzierung einer Immobilie braucht man vor allem bei der Selbstnutzung sehr viel Disziplin. Hier helfen zum einen die Spartipps für Sparfüchse, aber auch das Zwei-Konten-Modell. In diesem Sinne muss man sehr gut Haushalten können und vor allem doch immer an den Worst-Case denken. Man sollte sich immer bewusst sein, dass die meisten Immobilien-Deals, vor allem bei Selbstnutzung, an der Liquidität und dementsprechend der wirtschaftlichen Lage scheitern.

Viele stürzen sich vor allem am Anfang in die Welt und wollen ein Eigenheim haben. Eine andere Person aus meinem Umfeld hat sich ein Haus gebaut. In diesem Fall ist sehr gut ersichtlich, dass oft viele Erfahrungen fehlen. Es ergibt meistens mehr Sinn, wenn man erst einmal als Vermieter auftritt. Das liegt zum einen daran, dass man den Vermögensaufbau nicht alleine stemmen muss, sondern der Mieter die Schulden tilgt.

Zum anderen aber auch, dass man erst einmal erkennt, auf welche Probleme man sich einstellen muss bzw. kann. Ich habe durch meine Vermietungen erst gelernt, wie man eigentlich richtig mit Handwerkern umgeht. Auch, wenn ich schon seit über 10 Jahren mit Handwerkern als Berater zu tun habe, als Kunde ist es doch etwas anderes. Das fängt schon bei der Preisbildung an, wenn man nicht weiß, was überhaupt der Unterschied zwischen Preis und Wert ist, dann kann man beim Hausbau, -kauf oder bei der ersten Wohnung auf die Schnauze fliegen.

Vorteile beim Eigenheim!

Der Selbstnutzer hat einen Vorteil gegenüber dem Vermieter. Wer seine Immobilie selbst nutzt, der kann sich schon direkt nach der Anschaffung wieder steuerfrei veräußern. Die Ausnahme wäre, wenn sie vorher vermietet war, dann muss sie mindestens drei Jahre selbst genutzt sein. Aber das wäre natürlich auch eine Option, dass man die Wertsteigerung schon ziemlich schnell steuerfrei wieder herausholen kann.

Das Problem wird aber dann sein, wenn man gezwungen ist zu verkaufen, dann muss man den ersten „schlechten“ Preis hinnehmen oder man läuft die Gefahr der Zwangsversteigerung.

Gehaltserhöhung!

Gehaltserhöhungen sollten vor allem bei Selbstnutzung immer in die Tilgung oder eine sichere Rücklage gesteckt werden. Sei es durch eine Rücklage oder durch eine Sondertilgung. Das KFZ ist zwar schön, jedoch gehört das auch dem Arbeitgeber. Ein Auto kann keine Wohnung finanzieren und ein schönes Auto hilft auch nicht beim Aufbau der Rente und Vermögen.

Du solltest also bei der Frage, ob du ein größeres Auto willst oder die Netto-Gehaltserhöhung immer die Gehaltserhöhung wählen. Vor allem dann, wenn du Konsumschulden hast. Schließlich sind finanzierte Eigenheime auch nur Konsum und keine Investition.

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