MLM – Network-Marketing – Was gibt es zu beachten? Steuern mit Kopf

Auf Steuern mit Kopf erklärt Steuerberater Roland Elias das Steuerrecht in Deutschland für jeden und ganz einfach. Das Thema Network-Marketing hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Was gibt es hierbei steuerlich zu beachten und welche Tipps und Tricks gibt es von jemanden, der täglich mit Network-Marketing zu tun hat.

Steuern mit Kopf – Neues Video!

Jede Woche gibt es mindestens zweimal ein Video von Steuern mit Kopf. Immer Mittwochs und Sonntags um 18 Uhr gibt es ein neues spannendes Video zum Thema Steuern, Steuertipps und Steuernews.

MLM – Network-Marketing – Was gibt es zu beachten?

Hier gehts zum Video → https://youtu.be/_dZs-GmDWs8

Auszug aus dem Video:

Der Begriff Network-Marketing ist in aller Munde. Sogar bei jeder Kaffeefahrt wird einem das inzwischen angeboten. Es gibt Produkte in diesem Bereich, die zum Haare raufen sind, wo man sich denkt: „Wie kann man nur in so etwas investieren?“ Natürlich gibt es aber auch sehr gute Produkte, die auch im Vertrieb gut funktionieren. Mittlerweile muss man sich steuerlich massiv damit befassen, denn Network-Marketer können erhebliche Umsätze einfahren, wenn sie es richtig machen und vor allem auch das richtige Produkt haben. Vom richtigen Produkt hängt ab, ob du verkaufst oder ob du in zehn oder fünfzehn Jahren überhaupt noch Freunde hast und dementsprechend ein Netzwerk.

Ich möchte nicht zu tief auf das Thema Network-Marketing eingehen, aber ansprechen, was du steuerlich beachten solltest. Grundsätzlich musst du auch bei dieser Thematik Steuern zahlen. Es kommen drei Steuerarten auf dich zu: Die Einkommensteuer, die Gewerbesteuer und die Umsatzsteuer.

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer kommt auf jeden Fall auf dich zu, wenn du den Grundfreibetrag von 9.168 € (2019) bzw. 9.408 € (2020) überschritten hast. Bei der Einkommensteuer sind es 0-45 % plus Solidaritätsbeitrag (ab 2021 nur noch ab ca. 73.000 € Bruttoverdienst) und ggf. Kirchensteuer.

Gewerbesteuer

Der Network-Marketer ist Gewerbetreibender und kein Freiberufler. Das heißt, er muss von Beginn an erst mal eine Gewerbeanmeldung abgeben und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.

Du musst auch eine Gewerbesteuererklärung abgeben und deshalb kommt Gewerbesteuer mit ungefähr 14 % im Bundesdurchschnitt auf dich zu. Wichtiger Hinweis: Die Gewerbesteuer fällt nicht sofort an, denn es gibt erstens einen Freibetrag von 24.500 € und zweitens kommt es nicht zu einer Doppelbelastung der Gewerbesteuer, sondern diese ist anrechenbar in Höhe des 3,8-fachen des Gewerbesteuermessbetrags. Wie du siehst, hast du nicht sofort massive Steuerbelastungen. Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer. Du zahlst sie also nicht ans Finanzamt, sondern an die Gemeinde.

Umsatzsteuer

Hier kannst du dich von bestimmten Lasten befreien, wenn dein Umsatz unterhalb von 22.000 € liegt, weil du ab dem Jahr 2020 auf die Kleinunternehmerregelung optieren kannst. Was bringt dir das Ganze? Du musst folglich keine monatliche, vierteljährliche oder jährliche Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Wenn du hauptsächlich Privatkunden hast, ist die Kleinunternehmerregelung auch von Vorteil für dich, da Privatkunden keinen Vorsteuerabzug haben.

Wenn du auf die Regelsteuerung optierst, hast du den kompletten Vorsteuerabzug. Überall, wo du für dein Unternehmen etwas einkaufst, kannst du die Vorsteuer ziehen. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand. Vor allem im MLM-Bereich ist es so, dass es oft hohe Einstiegsbarrieren gibt, in denen erst mal Materialien eingekauft werden müssen. Wenn dein Anbieter im Inland ist, kannst du hierfür wie gesagt die Vorsteuer ziehen.

Gewinnermittlung

Die Gewinnermittlung kann nach § 4 Abs. 3 EStG erfolgen. Das bedeutet, dass du eine Einnahmenüberschussrechnung machen kannst, sofern der Umsatz unterhalb 600.000 € oder der Gewinn unterhalb 60.000 € liegt. Mit dieser einfacheren Gewinnermittlungsart sparst du dir Zeit und Geld.

Steuertipps

Sehr genaues Dokumentieren ist das A und O, um Steuern zu sparen. MLM-Personen sind oft unterwegs und können Reisekosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Fahrtkostenpauschalen und ähnliches steuerlich geltend machen. Für An- und Abreisetag und Tage, an denen du länger als 8 Stunden unterwegs bist, sind es 14 € und für die vollen Tage dazwischen 28 €. Die Fahrkostenpauschale beträgt 30 Cent je gefahrenen Kilometer. Im MLM-Bereich kannst du natürlich auch dein Auto ins Betriebsvermögen nehmen, musst aber dann einige Besonderheiten beachten, auf die ich in diesem Artikel jedoch nicht näher eingehen möchte.

Mehr zum Autor Steuerberater Roland Elias aus Regensburg. Er ist Inhaber einer mittelständischen Kanzlei im Herzen der Oberpfalz. Von dort aus berät er Mandanten im ganzen Bundesgebiet und auch weltweit.

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Bildquelle: Pixabay

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