Money Monday der 20.02.2017

Diese Woche starten wir mit einem Knall. Es geht heute, um die Themen Kraft-Heinz übernimmt Unilever, die EZB macht Gewinn, mein letzter Kauf und was auf meiner Watchlist steht.

Money Monday

Kraft-Heinz will Unilever

Man fragt sich, ob dieser Kraftakt nicht nach hinten losgeht. Erst 2015 sind Kraft Foods und H. J. Heinz Company verschmolzen. Es war die Hochzeit von Philadelphia und Tomatenketchup. Jetzt im Jahr 2017 plant der neue Konzern die Übernahme von Unilever (Knorr, Langnese, Rama, Coral, Domestos). Was soll daraus bloß werden?

Allein mit Blick auf die Marktkapitalisierung wird das ein Kraftakt für Kraft-Heinz. Stand heute kommt Kraft-Heinz auf eine Marktkapitalisierung von ca. 108 Mrd. und Unilever auf 154 Mrd. Somit versucht der kleine den großen zu schlucken. Das derzeitige und auch abgelehnte Angebot von Kraft-Heinz steht bei 143 Mrd. Auf den ersten Blick versucht Nr. 5 in der Liste der Konsumgüter Nr. 4 zu übernehmen und damit Platz 2 zu werden. Die Konkurrenten in diesem Umfeld sind neben Nesté (216 Mrd. Marktkapitalisierung), Procter & Gamble (232 Mrd. Marktkapitalisierung) und Johnson & Johnson (326 Mrd. Marktkap.). Auch mit dem Blick auf den Umsatz ergibt sich diese Reihenfolge wieder:

  • 1. Platz: Nestlé (2016: noch nicht veröffentilcht, 2015: 84 Mrd.)
  • 2. Platz: Johnson & Johnson (2016: 68 Mrd., 2015: 65 Mrd.)
  • 3. Platz: Procter & Gamble (2016: 61 Mrd., 2015: 71 Mrd.)
  • 4. Platz: Unilever (2016 53 Mrd., 2015: 53 Mrd.)
  • 5. Platz: Kraft-Heinz (2016: noch nicht veröffentlicht, 2015: 17 Mrd.)

Der Blick auf den Gewinn der vier Unternehmen zeigt dieselbe Reihung.

Einschätzung

Mit Blick auf die Zahlen, scheinen die Aktionäre großes Vertrauen in die Übernahme zu haben. Die Kurse für Versorger legten am Freitag nochmal zu. Ich selbst bin gespannt, vor allem, da noch nicht ersichtlich ist, welche Synergien Kraft und Heinz schaffen. Die Hochzeit war erst 2015, damit ist noch nicht sicher, welche Effekte sich dadurch ergeben. Es ist aber interessant, dass der Zahlen technisch kleinere, den größeren Übernehmen will. Man kann nur hoffen, dass sich Kraft-Heinz daran nicht verschluckt, mit Blick auf die Finanzkraft der Konkurrenz könnte es schnell zu einer Umkehr der Situation kommen und der Übernehmende zum Übernommenen zu werden.

Es ist aber fraglich, welche Zielsetzung Kraft-Heinz plant. Mit Blick auf den Umsatz stellt sich die Frage, wie das Unternehmen in die Gruppe und zu Unilever passt. Kraft-Heinz macht ca. 42 % Umsatz mit Nahrungsmittel die restlichen 58 % entfallen auf Haushalt, Kosmetik und sonstiges. Unklar ist auch die Rolle von Warren Buffet, welcher im Zusammenhang der Fusion von Kraft-Heinz schon federführend war.

Das Problem könnte meiner Ansicht nach auch das billige Geld sein. Erst vor kurzem waren auch Gerüchte über Mondelez (Oreo, Milka) und Kraft-Heinz ein Thema an der Börse. Auch die Übernahme von Monsato durch Bayer ist noch aktuell. Es ist also vorsicht geboten. Eine steigende Anzahl von Übernahmen, Fusionen und anderem teuren Vergnügen, haben in der Vergangenheit zu einem Schluckauf geführt. Daimler hat hier eine schmerzhafte Erfahrung mit Chrysler gemacht. Ein so fataler Übernahmewashninn kann, muss sich aber nicht wiederholen.

Nachtrag: Zum aktuellen Zeitpunkt hat Kraft-Heinz das Angebot zurückgezogen. (Quelle)

EZB und Inflation

Man möchte es kaum glauben, aber die Inflation ist zurück, also fast, zu einem Viertel des Zieles. Die Bild hat diese Woche mit einem Header „Inflation, retten Sie Ihr Geld“ auf sich aufmerksam gemacht. Es ist fraglich, ob man wirklich von Rettung sprechen muss. Schließlich war doch vorher genau das umgekehrte ein Problem? Die EZB feuert ja durch das Kaufprogramm monatlich 80 Mrd. in den Markt. Das war doch das Ziel, oder nicht?

Der normale Bildleser weiß gar nicht mehr, soll er jetzt was gegen oder für die Inflation tun. Im Grunde gilt hier auch wieder mein Satz, mit Aktien schützt man sich gut. Aktiengesellschaften ist es egal, wie die Inflation ist, der Preis passt sich an. Es ist ebenso egal, ob in Dollar, Euro, Yen oder sonst was fakturiert wird. Am nächsten Tag läuft wieder ein BMW vom Band, Sie müssen was Essen und die Erkältung müssen Sie auch bekämpfen. Auch nach dem „finalen Finanz-Kollaps“ oder dem „Weltuntergang“ werden die Menschen wieder das Handeln anfangen. Handel ist die Grundlage unseres Seins.

Die Inflation in Deutschland lag 2016 bei 0,49 %. 2017 wird eine Inflation von 1,5 % für Deutschland erwartet. Damit ist das Ziel von 2 % fast erreicht.

Einschätzung

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es besteht jedoch weiterhin die Gefahr, dass Mario Draghi den Geist nicht mehr in die Flasche bekommt. Die Folge wäre eine Europaweite Inflation mit Tendenz zur Hyperinflation. Diese Gefahr besteht bei dieser Menge an Buchgeld immer. Es könnten in der Folge Zustände wie in Japan entstehen, welche die Regierung seit fast 20 Jahren versucht in den Griff zu bekommen.

Ich sehe es jedoch positiv. Durch die Unterschiede die in Europa und im Euro-Raum herrschen, haben wir die Chance starke Effekte abzumildern. Es ist hinreichend bekannt, dass auch des einen Leid des anderen Freud ist. Die EZB hat 2016 immerhin 1,19 Mrd. mit den Anleihen verdient, die Sie jetzt an die nationalen Notenbanken ausschüttet, auf Deutschland entfallen mit ca. 27 % Beteiligung 321.300.000 €, also 321 Millionen. (Quelle)

Mein letzter Kauf

Neben meinem monatlichen ETF- und AktienSparplan kaufe ich auch regelmäßig Einzelpositionen nach. Im Januar war es der Wert der Shop Apotheke Europe NV. Bei diesem Wert handelt es sich um eine Aktie aus dem Versandhandel von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten. Das Unternehmen ist 2016 an die Börse gegangen und hat das Jahr 2016 mit einem Umsatzwachstum von ca. 40 % beendet. Mit Blick auf den aktuellen Trend, kann dieses Wachstum zwar nicht so enorm, aber Ansatzweise fortgesetzt werden.

Die Konkurrenz wäre DocMorris, Apotheke und Apotal. Der Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist, dass Shop Apotheke aus dem Ausland (Niederlande) operiert. Aus diesem Grund kann die Shop-Apotheke wesentlich günstiger arbeiten. Der andere Vorteil ist, dass auch noch Offline-Apotheken vorhanden sind. Diese wurden durch den Zukauf von Farmaline (Italien und Spanien) im Jahr 2016 möglich. Das Kundenwachstum im Jahr 2016 von 1,3 Mio. auf 1,8 Mio. Bestandskunden kann sich auch sehen lassen.

Einschätzung

Ich sehe die Shop Apotheke Europe (A2AR94) als reine Spekulation. Langfristig ist noch nicht klar, welcher Anbieter das Rennen macht. Vor allem, da hinter DocMorris der Pharmariese Bayer steckt, was Vorteile in der Kapitalausstattung bietet. Aber auch Amazon bietet manche Medikamente an. Jedoch sehe ich genau hier einen Vorteil, Shop-Apotheke ist ein Unternehmen mit einer Kernkompetenz. Das Unternehmen ist wendig im Vergleich zu den Riesen und kann sich damit auf die Apothekendienstleistung fokussieren. Allen in allem wird es ein spannender Weg, bis sich ein Unternehmen klar durchsetzt. (Spekulativ)

Watchlist – Öko-Strom

Manche Aktien muss man einfach kaufen und bei anderen wartet man doch etwas an der Seitenlinie. Seit einem Monat beobachte ich jetzt Innogy. Ich bin ein Freund von zukunftsträchtigen Aktien und denke, dass hier Innogy sehr gut Punkten kann. Innogy ist eine Tochter der RWE. In diese Gesellschaft wurde die komplette Öko-Sparte ausgegliedert. Das heißt, Erneuerbare Energien, Netz & Infrastruktur als auch der Vertrieb. Ich sehe in dem Unternehmen eine Zukunft, die aufgrund des Öko-Trends verstärkt werden kann. Es ist aber fraglich, ob die Unternehmung auch profitabel sein wird. Das liegt daran, dass das Jahr 2016 vor allem durch viele Sondereffekte verwässert wurde.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Bericht über das Jahr 2016 noch nicht vor. Lediglich ein Bericht über drei Quartale kann zum Vergleich herangezogen werden. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Unternehmen entwickeln wird. Interessant ist das Unternehmen, für mich als Dividendenstratege, da eine Ausschüttungsquote von 70 % bis 80 % angepeilt wird. Das wäre eine Dividende bei einem Gewinn von 1,1 Mrd. in Höhe von 1,39 € bis 1,58 € pro Aktie (ca. 4,5 % eDivR vom 20.02.2017). Da kann sich also ein weiterer Blick lohnen. (Quelle)

Hinweis:

Bei den angesprochenen Unternehmen oder Tipps handelt es sich nicht um eine Handlungsempfehlung. Es können im Laufe der Zeit Ereignisse stattfinden, welche ein Investment unattraktiv machen. Daher sollte eine Prüfung jeder Investition mit den eigenen Verhältnissen abgeglichen werden. In diesem Zusammenhang wird keine Haftung für etwaige Vermögensschäden übernommen.

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