MLM – Machst Lauter Mist! (Multilevel Marketing!

Jeder der in irgendeiner Form investiert oder Interesse an Investitionen hat, wird früher oder später über das Thema Multilevel Marketing stoßen. Aber aufpassen, die Fallen sind schon ausgelegt. Tappen Sie nicht rein!

Multilevel Marketing

Das so genannte Multilevel Marketing ist eine Form des Marketings. Es geht im Grundsatz darum, dass man über mehrere Ebenen einen Vertrieb aufbaut. Es handelt sich daher hierbei auch oft um einen Strukturvertrieb. Durch unterschiedliche Ebenen sollen dann die Produkte verkauft, beworben und für sich selbst ein Gewinn erwirtschaftet werden.

Die Idee hinter dieser Marketing-Art ist gut. Diese Form gibt es im Grunde schon seit Jahrzehnten, selbst große Versicherungen arbeiten so. Jedoch verbirgt sich hinter vielen dieser Systeme ein Schneeballsystem. Ja das böse Wort, es wird auch klagen geben, aber das ist nun mal so. Diese Schneeballsysteme haben nur einen Sinn, die obersten zu bereichern. Daher möchte ich eine kleine Geschichten erzählen.

Die Geschichte der Multilevel-Loser

Es ist nun mehr fast drei Jahre her, dass ich das erste Mal auf einer Veranstaltung eingeladen war, auf der es um das Thema „Network-Marketing“ ging. Mir wurde die Veranstaltung als „Business-Treff“ verkauft. Das Ziel war laut den Informationen im Vorfeld, dass es sich um Geschäftsmöglichkeiten und um Marketingmöglichkeiten handelt.

Das klang für mich erst mal interessant und sinnvoll!

Ich war damals jung und naiv. Ich habe zwar von solchen Treffen gehört. Aber ich dachte erstens nicht, dass mich so jemand wirklich anspricht und zweitens war es ein Bekannter, wo man sich denkt, ach das wird nett und der wird doch sicher nicht so etwas machen. Das hörst du dir dann an, dann schaust du, was dabei raus kommt. Aber das komische Gefühl in der Magengegend hat mich dann skeptisch werden lassen.

Das nachfolgende ist typisch für Schneeballsysteme.

Es war also der Sonntagnachmittag, an dem das Treffen stattfinden sollte. Angeblich in einem Nebenzimmer in einer Gastwirtschaft in der Nähe. Kurz vor dem Treffen wurde der Veranstaltungsort geändert. Auch das kam mir schon etwas komisch vor.

Das kann ja mal passieren, dass etwas mit dem Veranstaltungsort nicht hinhaut. Diese Probleme hab ich auch schon selbst des Öfteren bei größeren Veranstaltungen erlebt. Den Rest aber nicht.

Dann saßen wir zusammen gequetscht auf einer Couch in einem leeren Wohnzimmer.
Es war unangenehm, vor allem, wenn man sich dann Leute anschaut, die dort sonst so gesessen sind. Es waren lauter Halbstarke, die dachten hier fett Business zu machen.

Aber im Grunde war es einfach auch irgendwie unangenehm. Ich saß da zwischen Leuten die Verschwörungstheorien, Beschweren über die Eliten und der Drang nach dem schnellen Geld hatten.

Ich hab mich zu diesem Zeitpunkt schon köstlichst amüsiert. Aber dann ging die „Show“ los.

Großes Marketing, das zahlst Du!

Es lief zum Start ein Trailer „schöne Frauen, Partys, tolle Autos“. Das wurde mir dann doch etwas unbequem, ich dachte es ging um Geld und nicht um einen Kindergeburtstag. Aber das „Produkt“ war amerikanisch, also musste auch die Werbung groß, größer und am größten sein.

Nach dem Trailer, den die Jungs über YouTube einspielen ließen. (Vorbereitet waren sie auch nicht) Ging dann ein unvorbereiteter Vortrag über das Produkt los, was kann es, wozu dient es und wie wird es vermarktet. Das Produkt war Vemma. Ein Energy Drink, der das Leben gesünder und länger macht.

Wer das ganze googled oder bei YouTube sucht, wird schnell fündig.

Kurz darauf war ein völlig verkaterter Karl Ess per Skype zugeschaltet. Ich kannte ihn bis dahin nicht und es hat mein Leben auch nicht bereichert ihn zu kennen. Vemma war damals schon und bis das Kartenhaus zusammenbrach ein Schneeballsystem aus dem Lehrbuch.

Karl Ess hat sich zwar bei vielen auf YouTube entschuldigt, aber die Frage ist, wenn er so ein Geschäftsmann wäre, wieso war er dann bei dem Skype-Call so verkatert. Auch als Geschäftsmann hätte er damals schon die Vertriebsart sehen müssen. Diesen waren auf YouTube frei zugänglich. Zudem auch die Statistiken von Vemma waren öffentlich. Diese haben gezeigt, dass 95 % nur Verluste erwirtschaften.

Leute wie Karl Ess haben dabei versucht, vorsätzlich Menschen zu betrügen. Einige Kritiker saßen auch in meiner Reihe, es fielen lustige Vergleiche die die Vortragenden versucht haben mit coolen Sprüchen und den typischen Mindset Geschwafel wegzureden. Es wurden auch Steuertipps gegeben, welche ich sehr amüsant fand.

Als das Spektakel beendet war, war ich relativ froh, dass es vorbei war. Ich stieg danach ins Auto und Blickte nicht mehr zurück.

Diese und andere MLM oder auch Networker sind heute noch unterwegs. Sie verkaufen Produkte, von denen sie wissen, dass sie gesundheitsschädlich und ein Verlustgeschäft ist. Etwas Ähnliches ist bei BeonPush passiert. Auch bei diesem System hatte ich nette Kontakte, bis die Blase platzte.

Was lernt man daraus?

Die Frage am Ende ist immer, was lernt man aus dieser Geschichte. Ganz einfach, es gibt da draußen genügend komisch und gefährliche Leute die an Euer Geld wollen. Diese Leute sollte man nicht unterstützen und vor allem kritisch hinterfragen.

Der schnelle Reichtum ist nicht möglich, außer Ihr habt ein Produkt oder ein Patent, dass Ihr an einen Großkonzern verkaufen könnt. In allen anderen Fällen dauert es lange und das ist mühsam.

Fallt nicht auf diese Vertriebsleute herein. Holt Euch lieber einen Aktien-Sparplan, ETF oder P2P. Davon habt Ihr mehr! Traut auch mir nicht immer, denn wie es auch schon Tony Robbins sagte „I´m not your Guru“!

Finger Weg von MLM!

Ein Gedanke zu „MLM – Machst Lauter Mist! (Multilevel Marketing!

  1. Hallo Roland,

    wieder mal ein sehr schöner Artikel von dir. Ich habe auch schon viel im Internet zu dem Thema herum gesucht und bin immer wieder auf MLM oder Netzwerkmarketing gestoßen.
    Für alle, die es noch nicht 100%ig begriffen haben: Thermomix, Tupperware und Jemako sind Beispiele für seriöse Netzwerke im deutschsprachigen Raum. Aber nahezu alle im Internet auffindbaren Produkte sind dagegen unseriös bis nahezu kriminell. Schneeballsystem eben, wie du zutreffend beschrieben hast.

    Aktien, ETF oder P2P sind Alternativen für alle, die bereits ein bisschen Geld angespart haben.
    Wer erst noch nebenbei Geld verdienen will, der kann sich ans affiliate-Marketing wagen. Dort muss man bei seriösen Anbietern weder Kunde sein, noch Geld investieren und bekommt bei Erfolg Provision. Das bekannteste solche System wäre wohl das Amazon Partnerprogramm, ein anderes wäre zum Beispiel das Auxmoney-Partnerprogramm, welches ich zur Demonstration in meinen Blog http://www.alternativen-zu-tagesgeld.de eingebaut habe (rechts an der Seite).
    Nahezu jeder Onlineshop bietet mittlerweile so ein Partnerprogramm an, eine gute Übersicht findet man auf affili.net.

    Schöne Grüße & weiter so!
    Harry

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