Money Monday – 27.05.2019

In Money Monday schreibt Roland Elias einmal die Woche über die aktuellen Themen aus Wirtschaft, Politik und den Erfahrungen als Steuerberater. Viel Spaß beim Money Monday für diese Woche!

Politik Teil 1 die Grundrente und CO2-Steuer!

Es gibt in der Politik immer wieder gute Ideen. Das Problem an diesen meist sehr guten und nachvollziehbaren Ideen ist, dass es bei der Umsetzung scheitert. Ein neues Beispiel dafür liefert die SPD mit den aktuellen Vorschlägen zur Einführung der Grundrente.

Die Grundrente ist eine Idee die schon seit Jahren in der SPD immer wieder hoch kommt. Derzeit wird sie wieder sehr heiß diskutiert und es gibt schon konkrete Pläne. In der derzeitigen Regierung ist das vor allem für den Steuerzahler ein schlechtes Zeichen. Der kämpft aktuell an vielen Stellen mit einer Steuermehrbelastung.

Ich habe es im letzten Video schon gesagt, die Kreativität und das Durchsetzen neuer Steuern nimmt in Deutschland rasant zu. Mit Artikel 13 wurde im April der Grundstein für die Linksteuer geschaffen. Als nächstes soll die CO2-Steuer eingeführt werden und jetzt kommt die Finanztransaktionssteuer.

Es ist ja nicht so, dass wir im Jahr 2018 einen Überschuss von 68 Mrd. hatten. Trotzdem wird das Geld immer knapper, weil man sich in den letzten Jahren einige teure Fehltritte geleistet hat. Das ist zum einen die Eurokrise, dann der übereilte Atomausstieg und dann auch noch die Kosten für die Flüchtlingskrise.

Olaf Scholz und die SPD argumentieren derzeit, dass Steuern nicht gesenkt werden können, da die Steuereinnahmen sinken.. Das ist aber völlig falsch, es wurden lediglich die Schätzungen nach unten korrigiert. Die Steuereinnahmen sinken nämlich nicht in den nächsten Jahren, sie steigen sogar. Das Problem an der Sache ist, die Planungen beruhen auf den Schätzungen und sind damit immer in die Zukunft gerichtet. Die Folge davon ist, wenn man zu optimistisch ist, dann kann das schlecht ausgehen.. Damit hat man sich teuere Projekte geleistet die man sich gar nicht leisten konnte oder durfte bei einer rationalen Betrachtung.

Anderseits wäre genau das, das richtige Signal. Die Wirtschaft und auch die Arbeitnehmer müssen mehr Geld zur Verfügung haben, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt wird. Ein Grund hierfür ist, dass wir es in allen Ländern um uns herum erleben, dass die Steuern sinken. Selbst das vergleichbare Österreich hat die Steuern massiv gesenkt. Einzig Deutschland erhöht derzeit seine Steuern und wird damit in Zukunft für große Projekte immer uninteressanter.

Damit aber nicht genug, als zweites Standbein für die Grundrente soll auch der ermäßigte Steuersatz für den Hotelbetrieb angehoben werden auf 19 %. Das heißt, wenn du jetzt 40 bis 60 Stunden die Woche deine Lohnsteuer und Einkommensteuer abdrückst, dann zahlst du jetzt in Zukunft auch auf den Hotelbesuch am Wochenende 12 % mehr für die Entspannung.

Quelle: ZDF heute – Facebook Seite vom 22.05.2019

Aktie der Woche!

Ist die Bayer AG (DE000BAY0017) ein Buy? Diese Frage werden werden sich viele in der letzten Zeit stellen? Ein Blick auf den Chart lässt viel schließen, aber auch Hoffnungen auf eine Erholung zu.

Die Aktie hat im Jahresrückblick fast 50 % verloren. Diese 50 % wieder gut zu machen, das wäre ein Verdopplung um wieder auf den alten Kurs zu kommen. Was dieses Bild aber wirklich zeigt, das ist ein Managementversagen.

Ich kann mich noch daran erinnern, als damals der Aufschrei groß war wie Bayer Monsanto übernehmen wollte. Viele Aktionäre liefen Sturm und andere spekulierten auf das große Geld. Ich hatte damals schon die Befürchtung, dass das ganze nicht gut auskennt. Klar rückwirkend redet es sich immer leicht, aber die Prozesse sind ja nicht neu.

Die aktuellen Prozesse zeigen aber mehr, dass das Management und die Due Dilligence vollkommen versagt hat. Mehrere Kläger haben schon Millionen und Milliarenabfindungen bekommen. Das wird auch sicher kein Ende nehmen. Vor allem deswegen, weil es in Amerika eine Klageindustrie gibt, die das Geld wittert.

Im aktuellen Umfeld kann man nur sagen, dass man um die Bayer AG einen großen Bogen machen sollte. Es ist nicht ersichtlich, welche Klagen noch auf das Unternehmen zu kommen. Derzeit stehen auch noch 13.000 Klagen im Raum. Das kann teuer werden. Die Klage der letzten Woche brachte den Klägern 1,78 Milliarden Euro. Das entspricht fast dem Jahresgewinn 2018 in Höhe von 2,3 Milliarden Euro.

Politik die zweite (Europawahl, REZO und die Grünen)

Es ist interessant für jeden Marketer aktuell einen Blick auf die letzte Woche zu werfen. Nicht nur der Fall Strache, sondern auch die Kausa REZO lassen einen Profi mit einem schmuzeln zurück. In Zukunft lässt sich hier Profit erwirtschaften.

Der Fall Strache ist ein beschämende Aktion, sowohl von Herrn Strache selbst, als auch von den Akteuren dahinter. Wir erleben somit immer mehr, dass die alten DDR Maßnahmen wieder im Trend sind. Diffamierung und Fallen, wen wundert es, dass sich die politische und wirtschaftliche Elite immer mehr abschirmt. Selbst Gespräche mit Journalisten laufen teilweise nur noch in beisein von Zeugen ab oder erfolgen schriftlich und das auch erst nach Freigabe.

Das Highlight war aber der Fall REZO. Er hat mit seinem fast einstündigen Video bewiesen, wie man heute Geld verdient. Bei mittlerweile fast 8 Millionen Aufrufen kommt man selbst bei einer konservativen Schätzung von 1 Cent je Aufruf (Klicks auf die Werbung und Affiliate ausgeschlossen) auf fast 80.000 € für dieses Video.

Tube One, welches eine Tochter von Ströer Digital ist hat hier vermutlich den ersten Testballon gestartet. Wie kann man auf YouTube Wähler und Politik beeinflussen. Wichtiger aber, wie kann man damit Geld verdienen. Früher lief das über Lobbyismus und eine gute Kampagne. Heute hat man für alles den richtigen Influencer. Das wird in Zukunft ein lukratives Geschäftsmodell sein, wenn der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Am Freitag legte REZO nochmal nach und zwar mit einigen weiteren Influencer hat er ein Statement veröffentlicht. Es geht darin um Klimaschutz und ökologische Schwerpunkte. Doch schaut man sich diese Influencer genauer an, dann erkennt man schnell, um das Klima geht es nicht. So posiert Crispyrob auf Instagram mit Quads, Dagibee ist eine Vielfliegerin und bei den meisten steht dann doch ein AMG in der Garage. Von E-Autos, „alten“ mehrmals getragenen und langlebigen Klamotten und einem ökologischen Lebensstil erkennt man dort wenig.

Es soll keines Falls das Ziel sein hiermit zu diskreditieren, sondern lediglich über den Tellerrand hinauszublicken. So stellt sich die Wahlempfehlung von REZO doch eher falls Rohrkrepierer heraus. Es waren schließlich die Grünen, die im Hambacher Forst die Freigabe erteilt haben und bei uns in Regensburg während der Regierungszeit mehr Bäume als die CSU gefällt haben. Die Realität zeigt, grün ist auch nur das Parteilogo. Genauso stellt sich abschließend die Frage, wer ist eigentlich dieser REZO? Ein Schauspieler, eine Marionette oder warum versteckt er sich hinter einem Künstlernamen?

Produktempfehlungen, die ich selbst regelmäßig nutze. Mein privates Konto, meine P2P-Empfehlung, mein Tagesgeld und meine Kreditkarte.

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Bildquelle: Pixabay

Ein Gedanke zu „Money Monday – 27.05.2019

  1. Wieso sollen Hotelbetten günstiger besteuert werden – ist das nicht eher eine Korrektur eines Fehlgriffes? Mir fehlt auch noch die Steuer auf Kerosin, kann nicht sein das Freizeitaktivitäten wie Fliegen und Hotelübernachtungen auf Kosten des Gemeinwohls gehen…. Versteh gar icht wieso alle immer über die ach so hohe Steurelast mosern – ich habe idR. viel eher ein Problem mit der Ausgabenseite und den Schluplöchern (Kerosin, Panamapapers,…)

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