P2P-Kredite (Crowdlending über Plattformen)

P2P-Kredite – Wie funktionieren P2P-Kredite? Welche Plattformen gibt es? Aber handelt es sich bei P2P-Krediten um eine Anlage oder Geldverbrennung?

Investment in P2P-Kredite

P2P-Kredite erhalten in den letzten Jahren immer mehr Beachtung. Das zeigen vor allem auch die Statistiken der einzelnen Anbieter (Bondora, TWINO, Mintos, Auxmoney). Diese Wachstumsraten erzielen diese Plattformen hauptsächlich aufgrund des Niedrigzinsumfelds und dem weltweiten Anlagenotstand. Dieser Anlagenotstand treibt sonst risikoscheue in riskante Anlagen.

Was sind P2P-Kredite?

P2P-Kredite sind Kredite von Privatpersonen an Privatpersonen, Selbstständige, Gewerbetreibende oder Unternehmer. Sie basieren auf dem so genannten Crowdinvesting oder auch Crowdlending. Bei diesen Systemen werden durch eine Masse von Kleinstbeträgen (z. B. 5 €) größere Kredite finanziert. Dadurch wird ein Kleinanleger zur Bank. Er vergibt einen Kredit an jemand anderen, aber ohne das volle Risiko zu tragen.

Wie funktioniert es?

Die Funktionsweise ist einfach. Man meldet sich bei einem der P2P-Anbieter an. Daraufhin überweist man auf ein Verrechnungskonto einen beliebigen Betrag. Sobald das Geld angekommen ist, können Sie entweder das Geld selbst in Kredite investieren (manuell) oder Sie schalten die Automatik ein. Die Automatik nennt sich Portfolio-Manager. Einige der Anbieter bieten jedoch keine Manuelle Auswahl mehr an. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Anleger im Automatik-Modus investieren. Das beschleunigt bei den möglichen Renditen den Zinseszins-Effekt. Diesen Investment-Turbo kann ich aus eigener Erfahrung empfehlen.

Rendite

Die Rendite von P2P-Krediten liegen auf der Investoren-Seite in den meisten Fällen bei über 10 %. Die Zinssätze zum einen von den Plattformen abhängig als auch den Antragstellern. Die Renditen der einzelnen Projekte bringen aber Renditen von 1 % bis 99 %. Diese Renditen klingen verlockend aber auch unrealistisch. Das sind sie aber nicht. Man muss sich aber auch das Risiko dieser Renditen vor Augen halten. Bei Zinsen über 20 % sinkt natürlich die Sicherheit stark.

Der Vorteil ist, Sie tragen nicht das volle Risiko. Sie sind ja nur mit einem kleinen Betrag an den riskanten Krediten beteiligt. Über den Portfolio-Manager können Sie bei Bondora zum Beispiel eine Rendite von 14,47 % anpeilen. Meine persönliche Rendite bei dieser ausbalancierten Einstellung liegt bei Netto 13,41 %.

Plattformen

Die Anzahl der Plattformen steigt zur Zeit enorm. Hinter dieser Industrie steckt viel Potenzial. Die Bekanntesten Plattformen sind:

Risikoreduktion

Durch die Verteilung auf mehrere Investoren sinkt das Risiko des einzelnen. Ihre Beteiligung liegt in den meisten Fällen bei nur 5 € oder 10 € pro Kredit. Man muss aber erwähnen, dass P2P-Kredite einem erhöhten Risiko unterliegen. Das liegt vor allem an der Art der Schuldner!

Es werden zwar von den jeweiligen Plattformen „laut eigener Auskunft“ hohe Ansprüche an die Schuldner gestellt, ein Nachweis über die Prüfung liegt jedoch nicht vor. Es kann also für den einzelnen nicht nachvollzogen werden, wie kreditwürdig der Schuldner ist.

Bei manchen Plattformen werden zwar Sicherheiten hinterlegt. Es gibt aber keinerlei Information, welchen Wert diese Sicherheiten haben. Auch eine Information welche Belastungen auf diesen Sicherheiten liegen, gibt es nicht. Als Sicherheiten können Immobilien, KFZ oder andere Gegenstände hinterlegt werden.

Es muss erwähnt werden, dass P2P-Kredite bisher noch keiner größeren Wirtschaftskrise gegenübergestanden haben. Daher kann man bisher nicht auf Erfahrungen zurück greifen. Bekannt ist jedoch, dass es sich bei den Schuldnern meist um Antragssteller handelt die am unteren Rand der Kreditwürdigkeit liegen. Andererseits würden sich die Zinsen nicht erklären lassen.

Plattformrisiko

Neben dem Risiko der Einzelkredite sollte man auch das Plattformrisiko nicht aus den Augen lassen. Wie oben bereits erwähnt, sprießen diese Plattformen wie Pilze aus dem Boden und haben noch nie eine Wirtschaftskrise erlebt. Aus diesem Grund sollte man auch immer das Plattformrisiko im Auge behalten und die Anlagesumme über mehrere Plattformen streuen.

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Einschätzung

Ich selbst bin mit einer geringen Summe in P2P investiert. Das Geschäftsmodell wirkt vielversprechend. Ich betreibe die Anlage jetzt seit etwas mehr als zwei Jahre. Die Rendite liegt bei ca. 12 %. Das kann sich also sehen lassen. Ich investiere aber hauptsächlich über den Auto-Investor. P2P-Kredite sind für mich eine zu 100 % passive Anlageform.

Ich denke, dass das Geschäftsmodell den Banken weiter Kunden klauen wird. Das liegt vor allem daran, dass die Banken ihre Bilanzen bereinigen wollen. Aber auch, weil der Aufwand bei diesen Kleinstkrediten viel zu groß ist. Auf Kleinanleger warten hier viel Vorteile. Doch man darf nicht vergessen, das Risiko bei P2P darf nicht unterschätzt werden. Meiner Ansicht nach ist P2P aber eine gute Beimischung für jedes Portfolio.

Steuern

Die Zinsen aus P2P-Kredite zählen zu den Kapitalerträgen. Diese müssen in der Anlage KAP in Zeile 7 der Steuererklärung eingetragen werden. Einen ausführlichen Beitrag darüber habe ich hier veröffentlicht.

Weiterführendes

Wer tiefer in die Materie der Anlage in P2P-Kredite einsteigen will für den eignen sich die nachfolgenden Links:

17 Gedanken zu „P2P-Kredite (Crowdlending über Plattformen)

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