Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH!

Ich habe schon mehrmals über die vermögensverwaltende GmbH geschrieben. In diesem Artikel möchte ich aber die Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH sehr ausführlich und leicht verständlich beschreiben. Meinen Artikel über die Vorteile der vermögensverwaltenden GmbH findest du hier.

Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH!

Jeder Vorteil hat auch seine Nachteile. Das gilt auch für die GmbH. Sie ist keine steuerliche Superlösung, sondern auch nur ein weiteres Tool. Wie mit jedem Werkzeug muss man es für das nutzen, wo es am besten passt. In diesem Artikel zeige ich dir also die Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH!

Steuerliche Änderungen im Privatvermögen!

Viele vergessen bei einem Blick auf die GmbH und im deutschen Rausch des Steuern Sparens, dass eine GmbH nicht sehr flexibel ist. Im Privatvermögen ist man sehr frei, was die Gestaltung des Vermögens angeht.

In einem Unternehmen gibt es Pflichten die erfüllt werden müssen. Man sollte daher nicht vergessen, dass eine vermögensverwaltende GmbH auch nur ein Unternehmen ist. Für Unternehmen gibt es auch Spielregeln.

Mein Grund, warum ich bei der vermögensverwaltenden GmbH zögere ist, der § 23 EStG. Wenn man eine vermietete Immobilie nach zehn Jahren veräußern will, dann ist das im Privatvermögen steuerfrei möglich. In der GmbH aber nicht.

Gesellschaft gehört das Vermögen!

Es ist meine GmbH!

Das Zitat hört man immer wieder von Mandanten. Das Problem ist, dass viele die Situation nicht richtig einschätzen. Dem Gesellschafter gehören lediglich die Anteile an der GmbH. Das Vermögen hingegen gehört der Gesellschaft.

Das sollte man wissen, sonst läuft man Gefahr, dass man später eine böse Überraschung erlebt. Ein Beispiel hierfür wäre der Fall der verdeckten Gewinnausschüttung. Schließlich muss man sich gegenüber seiner Gesellschaft immer wie ein fremder Dritter verhalten.

Bei Ausschüttungen fällt wieder Steuer an!

Nicht nur die Immobilien, Aktien oder anderes gehört der GmbH, sondern auch das Bargeld. Das heißt, jedes Mal, wenn du Geld aus der GmbH heraus nimmst, dann fallen nochmals Steuern an. Sei es, dass du es dir als Gehalt auszahlst oder über eine Ausschüttung. Hier gelten die Regeln der Kapitalertragsteuer.

Wirtschaftsprüfung!

Wenn es um die Bewertung oder die Prüfung geht, dann kann es bei schnell wachsendem Vermögen schnell nötig werden, dass der Wirtschaftsprüfer vorbeischaut. Das liegt vor allem daran, da man mit dem enormen Kredithebel sehr schnell eine hohe Bilanzsumme und dementsprechend Vermögen aufbaut.

Erben können verkaufen!

Während ich immer gesagt habe, dass es auch erbrechtlich leichter ist, schließlich kann man jedem Erben zum Beispiel schon frühzeitig 10 % zukommen lassen. Das ganze kann dann über eine günstige Schenkung unter Ausnutzung des Freibetrags (400.000 €) ablaufen.

Jedoch können die Erben dann das Vermögen auch verkaufen. Schließlich gilt, wie auch beim Junior Depot, wenn das Vermögen übertragen ist, dann gehört es den Kindern. Darüber sollte man sich Gedanken machen.

LEI-Nummer!

Seit 2018 muss jede Gesellschaft, die mit Aktien handelt, auch eine LEI-Nummer haben. Diese LEI-Nummer kostet Geld. Dieser Kostenfaktor besteht erst seit 2018. Davor war diese Nummer nicht nötig. Das Problem ist auch, wer diese Nummer nicht hat, der kann damit nicht mehr an der Börse handeln. Daher ist das eine weitere Zwangsabgabe. Dadurch soll man immer wissen, wer wann welche Aktien gekauft hat.

Bilanzierung!

Eine Einnahmenüberschussrechnung ist einfach. Die meisten Steuerpflichtigen können diese noch selbst machen. Bei der Bilanz sieht es schon anders aus. Das liegt auch daran, dass man hier höhere Anforderungen erfüllen muss.

Wer es nicht selbst machen kann, der muss dafür einen Steuerberater beauftragen. Das kostet auch wieder Geld. Die Gesellschaft braucht eine Eröffnungsbilanz, diese muss nach der Gründung beim Finanzamt eingereicht werden.

Der jährliche Jahresabschluss kostet dann auch wieder Geld und muss dann mit der Körperschaftsteuererklärung und auch Gewerbesteuererklärung eingereicht werden. Eine Umsatzsteuererklärung ist bei der vermögensverwaltenden GmbH normalerweise nicht notwendig. Das liegt daran, dass der Aktienhandel und die Vermietung zu Wohnzwecken von der Umsatzsteuer befreit ist. Anders ist das jedoch bei der gewerblichen Vermietung.

Gründungskosten!

Neben der Eröffnungsbilanz braucht man auch einen Notar, die Eintragung im Grundbuch und womöglich weitere Kosten.

Das alles ist schon bei der Gründung fällig. Die Folge ist, man kann diese Kosten auch nicht sehr lange Strecken und vor allem, müssen diese Kosten natürlich gleich gedeckt werden.

Laufende Kosten!

Die Bilanzierungspflicht, der Steuerberater und andere kostet Geld. Nicht zu vergessen ist, dass es auch für GmbHs normalerweise keine kostenlosen Konten gibt. Das bedeutet, dass auch hier schon ein Kostenfaktor hinzukommt.

Während man im Privatvermögen kaum Kosten hat, steigen diese also drastisch über die GmbH an. Aus diesem Grund sollte man den Steuerspareffekt nicht überschätzen, da man im Bereich der vermögensverwaltenden GmbH andere Ausgaben hat.

Veröffentlichung!

Auch nicht unterschätzen darf man die Veröffentlichung. Im kleinen Bereich reicht zwar eine Hinterlegung aus, jedoch auch diese kostet mindestens 25 € pro Jahr. Jetzt ist es so, wenn man schnell Vermögen aufbauen will, dann steigen auch die Kosten und vor allem auch die Pflichten.

Wenn man irgendwann veröffentlichen muss, dann weiß auch der Nachbar, was in der Bilanz steht. Er sieht zwar nicht alles, aber auch das kann dann relativ leicht herausgefunden werden, wenn man es will.

Fazit!

Je nach Vermögensverhältnissen kann es zu unterschiedlichen Ergebnissen und weiteren Nachteilen kommen. Das waren also meine Nachteile der vermögensverwaltenden GmbH. Du solltest also immer deine Situation prüfen. Vielleicht entdeckst du noch einen weiteren Nachteil, dann teile mir das mit!

Meine Strategie für die vermögensverwaltende GmbH wäre die Fusion von P2P, Immobilien und Aktien. Der Free-Cashflow der Immobilien wird in Aktien (Dividendenstrategie) und P2P-Kredite umgewandelt. Die Aktien wären vorzugsweise vierteljährliche Dividenden-Aristokraten, dadurch soll sowohl durch Aktien als auch Immobilien die Liquidität hoch sein. Wie heißt es immer „Cash is King“!

Mein Buchtipp für dieses Thema!

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