Steuerfreie Dividende, der teure Fehler!

Die „steuerfrei Dividende“ ist immer wieder Trendthema. Doch hinter diesem Trend versteckt sich wie immer eine teure Steuerfalle. Das haben Trends so an sich. In diesem Artikel erfährst du alles über die kritische Sicht zur „steuerfreien Dividende“.

Steuerfreie Dividende!

Es ist wie immer typisch deutsch. Kaum hört man das Wort steuerfrei, da ist der deutsche nicht weit entfernt. Immer wieder höre ich dann etwas von steuerfreien Dividenden und wie toll das doch ist. Vor allem aber warum ich als Dividendenstratege noch so dumm bin und meine Dividenden mit der Kapitalertragsteuer versteuere. Selbst Schuld, oder?

Der Begriff Steuerfreie Dividende!

Die Begriffswahl „Steuerfrei“ ist in diesem Bereich ein Marketing-Trick und nicht mehr. Warum sollte schließlich auch der Gesetzgeber zusehen und jährlich Ausschüttungen im Milliarden-Bereich steuerfrei auszahlen lassen. Das kann doch nicht richtig sein, oder?

Während große Verlage die Steuerfreie Dividende bewerben und alle anderen Anleger, als „dumm“ hinzustellen, sollte man sich die Begrifflichkeiten doch näher ansehen. Was ist eigentlich nochmal eine Dividende?

Gewinnausschüttung!

Eine Dividende ist frei übersetzt eine Gewinnausschüttung. Das zeigt schon deutlich, um was es sich handelt. Bei einer Dividende werden Gewinne ausgeschüttet. Diese Gewinne wurden vom Unternehmen in den letzten Jahren erwirtschaftet und dann ausgeschüttet. Diese Ausschüttung kommt beim Anleger an und wird dort dann mit der Kapitalertragsteuer besteuert.

Jetzt handelt es sich aber bei dieser „Steuerfreien Dividende“ nicht um eine Gewinnausschüttung im Sinne des § 20 Abs 1 Nr 1 S 1 EStG. Es handelt sich hierbei um eine Ausschüttung aus dem Steuerlichen Einlagekonto nach § 27 des KStG. Der Gesetzgeber hat, hierfür auch den Satz 2 eingefügt, in dem steht, es handelt sich hier nicht um steuerpflichtige Einkünfte und Bezüge. Damit wäre die Verwirrung komplett, oder?

Kaufpreisrückzahlung!

Bei diesem Steuerlichen Einlagekonto handelt es sich also nicht um erwirtschaftete Gewinne, sondern um den Kaufpreis den der Anleger gezahlt hat. Also eine Art Eigenkapital der Gesellschafter. Durch diese Rückzahlung wird also ein Teil deines Kaufpreises bzw. deines Anteils am Eigenkapital ausgeschüttet. Das hat natürlich auch Folgen, die sich negativ auswirken.

Steuerfalle Steuerfreie Dividende!

Hier muss man festhalten, es kommt darauf an. Denn die negativen Folgen wirken sich nicht für jeden aus. Es kommt hier zu einer Unterscheidung zwischen den Fällen vor dem Jahr 2009 und zu den Fällen nach dem Jahr 2009. Gemeint ist hierbei die Anschaffung der Aktien.

Anschaffung vor dem Jahr 2009!

Wer seine Aktien vor dem Jahr 2009, also noch in Zeiten der Spekulationsfrist erworben hat, der kann seine Aktien auch heute noch steuerfrei veräußern. Somit hat derjenige also wirklich eine Steuerfreie Dividende, da sich keine negativen Folgen ergeben.

Anschaffung nach dem Jahr 2009!

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, was sind diese negativen Folgen und warum trifft das Anleger mit einem Kauf nach dem Jahr 2009? Seit dem Jahr 2009 gilt in Deutschland die Kapitalertragsteuer. Diese Steuer hat die Spekulationsfrist von einem Jahr abgelöst. Früher war es so, dass jeder seine Aktien nach einem Jahr steuerfrei veräußern kann.

Heute zahlt jeder Anleger 25 % bei Dividenden oder Veräußerungsgewinnen. Bei diesen Veräußerungsgewinnen macht sich dann die negative Folge bemerkbar. Jeder Steuerpflichtige erhält hier eine Kaufpreisrückzahlung. Diese Kaufpreisrückzahlung führt dazu, dass sich die Anschaffungskosten reduzieren. Das wirkt sich aber dann auf die spätere Steuerbelastung aus. Denn jetzt hat man bei einem Verkauf später weniger Anschaffungskosten, die man gegenrechnen kann.

Damit zahlt, derjenige, der seine Aktien nach dem Jahr 2009 erworben hat die Steuern später wieder zurück und hat die negativen Folgen einer späteren Veräußerung zur tragen.

Steuerfreie Steuerfalle!

Für mich ergibt sich hier ganz klar ein No-Go. Diese Steuerfreien Dividenden sollten gemieden werden, da diese Unternehmen zwar profitieren, aber dafür der Anleger nach 2009 der benachteiligte ist. Vor allem ist dieser Umstand den meisten nicht bekannt und wird sich erst später bemerkbar machen.

Produktempfehlungen, die ich selbst regelmäßig nutze. Mein kostenloses Depot, meine P2P-Empfehlung und mein Tagesgeld. Die Kreditkarte für jeden.

Du willst weitere Informationen?

Spardirsteuern.de mein Steuerspar-Blog mit Checklisten und Steuertipps für Sparfüchse!

Steuern2go der Podcast rund um das Thema Steuern und Steuerrecht für Steuerassistenten und Steuerfachangestellte!

Mehr zum Autor Roland Elias.

YouTube-Empfehlung:

Steuern mit Kopf

Disclaimer: Der Autor/Sprecher übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen den Verfasser, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich im weitest zulässigen Rahmen ausgeschlossen. Das Video stellt in keiner Art und Weise eine professionelle Steuerberatung dar und ersetzt diese auch nicht.

**Bei einigen Links im Artikel handelt es sich teilweise um Affiliate-Links, die mir helfen diesen Blog zu finanzieren. Ich gehe damit sehr verantwortungsvoll um und empfehle nur Dienstleistungen und Produkte, die ich selbst nutze und die ich mir selbst empfehlen würde.**

Kommentar verfassen