Warum du auch mal verkaufen solltest!

Wer kennt sie nicht die großen Weisheiten über Buy&Hold und andere langfristige Strategien. Doch in letzter Zeit habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema verkaufen befasst. Nein, es geht dabei nicht um das Trading im Sinne von „hin und her macht Taschen leer“. Sondern das Strategische verkaufen.

Warum du auch mal verkaufen solltest!

Das Verkaufen ist für viele negativ besetzt. Zum einen will man kein Verkäufer sein. Schließlich kennt jeder die schmierigen Verkäufer, die einem alles andrehen wollen. Andererseits sollte man aber immer mal wieder seine Strategie überprüfen und vielleicht irgendwann etwas ändern. Damit muss man also zwangsläufig verkaufen.

Als ich vor fast 10 Jahren mit dem Investieren angefangen habe, habe ich nach den ersten Büchern gedacht, ich habe die Weisheit mit Löffeln gefressen. Fakt ist, heute bin ich schlauer und das ohne Bücher, sondern durch Erfahrung.

Am Anfang dachte ich, ich werde nie etwas verkaufen. Sei es Aktien oder Immobilien, schließlich investiert man langfristig. Die Folge ist, in meinem Kopf war eingebrannt, verkauft wird nicht, am besten alles mit ins Grab nehmen. Ein zweiter Punkt im Bereich Immobilien war, erst nach zehn Jahren wird verkauft. Heute denke ich über beides ein wenig anders.

Was bedeutet Gewinn und Vermögen!

In einem Video meines Partners Kolja Barghoorn hat er es relativ gut beschrieben. Viele Immobilienmillionäre sind keine Millionäre. Zumindest, wenn man richtig rechnet. In meinem Artikel „Die große Lüge der Immobilieninvestoren„. Habe ich das schon erläutert. Millionär ist, wer Netto eine Million hat. Fraglich ist, ob das auch der Kontostand sein muss. Aber das ist im Endeffekt egal. Die meisten „Immobilienmillionäre“ sind de Facto keine Millionäre, lass dir das auch nicht einreden.

Ein weiterer Grund ist eine Unterhaltung mit Aleksandr Hermsdorf von Immobilien mit Kopf. Vereinfacht gesagt, Gewinn ist nur was du in der Hand hast und Steuern sind am Ende auch nur Kosten. Diese einfache Formel führt zwangsläufig dazu, dass du auch mal verkaufen musst, ansonsten hast du nur Buchgewinne.

Warum sollte man also verkaufen?

Die Märkte sowohl im Aktien-, als auch Immobilienbereich sind immer im Fluss. Heute kannst du Millionär sein und theoretisch morgen pleite. Ich habe vor etwa drei Jahren in eine vermietete Immobilie investiert und mein Ziel war von Anfang an die Veräußerung. Natürlich nach Ablauf der zehn Jahre, damit man keine Steuern zahlen muss.

Entgegen meiner damaligen Strategie habe ich mich jetzt heute dagegen entschieden noch sieben weitere Jahre zu warten. Der Grund ist ganz einfach. Wir haben einen starken Boom hinter uns und immer mehr Unternehmen reduzieren die Leiharbeiter.

Die Folge ist, dass weniger Menschen einen Beruf haben und die Wirtschaft im gesamten abkühlen wird. Die große Frage dahinter ist, wer ist dann bereit mir in sieben Jahren noch den Preis zu zahlen, welchen ich heute dafür verlangen kann?

Kryptowährungen Dezember 2017!

Die Grundlage einer Investition und einer Spekulation ist grundsätzlich, dass man später mehr als vorher hat. Vorher kann der Einkaufspreis, aber auch der heutige Tag sein. Ein Beispiel, dass ich gerne erwähne ist letztes Jahr eingetreten. Jemand der Mitte letzten Jahres in Kryptowährungen (Bitcoin) investiert hätte und dann Anfang bis Mitte Dezember verkauft hätte, hätte heute nach Steuern mehr, als heute. Und das sogar bei einer Vollversteuerung, wenn die Anschaffungskosten Null Euro betragen hätten.

Diese Erkenntnis führt im Grunde dazu, dass der Preis und der Wert immer in Bewegung sind. Wenn man es also auf das betriebswirtschaftliche reduziert, dann steht am Ende immer der Gewinn und die Gewinnchancen / Gewinnerwartung. Der Gewinn ist in der aktuellen Lage hoch, die weiteren Gewinnchancen / Gewinnerwartung sehe ich aber gering.

Immobilien und Aktien verkaufen?

Ich habe mich dazu entschlossen zumindest einen Teil meiner Aktien (bereits die Kandidaten verkauft), ETF (am Abbau) und eine Immobilie, trotz Steuerpflicht, zu verkaufen. Zum Teil werde ich eine Umschichtung vornehmen und günstige Aktien nachkaufen. Ein Teil wird auf P2P-Plattformen wie Bondora und Mintos investiert. Der große Teil bleibt aber jetzt auf der Rücklage, da zur Zeit viel zu viele Krisen auf der Welt existieren.

Steuereinnahmen sinken!

Ich möchte mit diesem Beitrag keinen „Crash-Artikel“ schreiben und habe mir das auch nicht selbst ausgedacht. Meine Grundlage ist zum einen die Steuerschätzung des Bundesministeriums für Finanzen. Diese sind bisher von einem stabilen Wachstum der Steuereinnahmen von 4 % ausgegangen. Die Schätzung wurde jetzt auf 1,8 % reduziert. Umgerechnet bedeutet das eine Reduzierung der Gewinn- und Verkehrssteuern um 2,2 % (Quelle).

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt!

Der zweite Grund ist ein Interview mit der BIZ. Man geht derzeit von fast 20 % Zombies aus, das sind Unternehmen, die nur aufgrund der niedrigen Zinspolitik überleben. Des Weiteren werden die Zinsen zwangsläufig steigen müssen und zumindest leichte Verwerfungen können schon in naher Zukunft vorkommen. Mit Blick auf den DAX haben wir seit 01.01.2018 bereits 2.000 Punkte verloren. Die BIZ rechnet sogar mit weiteren 20 %. (Quelle)

Private Informationen!

Ein kleiner weiterer Punkt ist, dass einige Bekannte, die in der Vermögensverwaltung arbeiten ebenfalls die Aktienquote reduziert haben und die Cashquote erhöht haben.

Geht die Welt unter?

Nein die Welt geht nicht unter, nur es wird vermutlich in der nächsten Zeit weniger Geld verdient wie bisher oder eben nur noch mit hochriskanten Produkten. Ich verkaufe nicht alle meine Aktien und kaufe sogar bei manchen Unternehmen nach. Jedoch bin ich mir auch bewusst, dass man bei einigen Unternehmen in der nächsten Zeit weiterhin rote Zahlen sieht bzw. entstehen können.

Wir sollten nicht vergessen, dass nur diejenigen Aktien hat, wenn sie steigen, wenn derjenige auch Aktien hat, wenn sie fallen (André Kostolany). In dem bekannten Zitat heißt es aber auch nicht, dass man nicht trotzdem mit einer Cash-Quote vorsorgen sollte.

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Mehr zum Autor Roland Elias.

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