Mining Rig bauen, so arbeitet der Kopf!

Vor fast einem Jahr habe ich schon einen Artikel über das Mining geschrieben. Diesen Artikel möchte ich jetzt etwas erweitern. Damals habe ich mir den Spaß gemacht und selbst mal ein Rig gebaut und die Technik und die Software getestet. Das sind also meine Erfahrungen und Hinweise zu einem Mining Rig.

Mining Rig bauen!

Ein Mining Rig zu bauen und zu nutzen braucht etwas Erfahrung, aber wenn es dann läuft, dann kann es losgehen. In meinem ersten Artikel habe ich alle Bestandteile aufgeführt. (-> hier klicken). Meine Intention war es damals, dass ich mich mit der Materie Kryptowährungen bis in die Tiefe auseinandersetze. Nicht nur von der volkswirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Seite, sonder auch mit dem Thema, wie läuft das technisch ab.

Mining Erfahrungen

Ich habe jetzt so viele Eindrücke sammeln können und unzählige Menschen kennengelernt. Alleine durch das Thema Besteuerung von Kryptowährungen, haben sich neue Freundschaften und Partner gefunden. Das interessante ist aber, dass Mining durch alle Gesellschaftsschichten geht. Dieser Artikel bildet daher die Erfahrungen und Unterhaltungen von allen unterschiedlichen Minern wider.

Egal, ob Holland, Tschechien, Russland oder sogar in Deutschland. Wenn es vom Raum her möglich ist und der Strom relativ günstig, dann wird der Miner hochgefahren und der Computer rechnet, validiert oder produziert. Es muss auch nicht die große Anlage sein, auch das Mining im kleinen ist für Hobby-Bastler interessant. Ebenso wie Julian Hosp (Co-Founder von TenX) sagt, man muss aufpassen was man dort sagt.

Im Vergleich zum reinen Buy-and-Hold rentiert Mining schlechter, als ein Direktinvestment. Diese Erfahrung haben alle gemacht und werden auch noch viele machen. Was jedoch vergessen wird, nur solange es Miner gibt, funktionieren auch die PoW (Proof-of-Work) Coins.

Es gibt zwar große Coins wie Ethereum, welche langsam umstellen auf PoS (Proof-of-Stake), aber wann das dann der Fall ist und / oder was sich durchsetzt ist noch nicht klar. Alleine diese Prognose wäre schwierig, weil die technische Entwicklung schneller fortschreitet, als man es nachvollziehen kann.

Mining die Drei-Phasen

Durch viele Beratungsfälle in diesem Bereich erhalte ich tiefe Einblicke in das Mining und die Technik, aber auch in die Psychologie und den Rausch des Bitcoins. Es lässt sich daher ein schönes Muster erkennen, wie sich das Ganze immer wieder wiederholt.

Phase 1: Die Euphorie!

In Phase 1 geht man auf Seiten wie Nicehash oder Whattomine und schaut dort, ob sich das ganze rentiert. Man liest von großen Farmen, die schnell aus dem Boden gestampft wurden und dann geht es los. 10 €, 20 € oder 50 € pro Tag und das nur, damit man einen PC laufen lässt? Das wäre doch zu schön. In dieser Phase denken die meisten an Lambos oder die finanzielle Freiheit und nie wieder arbeiten. Das scheitert dann aber an der langsam eintretenden Phase 2.

Phase 2: Das Verpassen!

Während man in Phase 1 alle Online-Seiten durchforstet hat und bei seinem örtlichen Media Markt, Saturn oder sonstiges die Preise gecheckt hat, stellt man die Rendite fest, die einem schon entgangen ist. Also klickt man schnell überall auf bestellen und dann muss das Paket schon morgen da sein. Diese Phase 2 endet damit, dass man die Miner zuhause aufbaut und feststellt, dass die technischen Grenzen eben vorhanden sind. Denen ist es auch egal, ob das Kabel an der Stelle hält.

Phase 3: Das Priorisieren!

Die Phase 3 beginnt damit, dass man den Miner zuhause aufgebaut hat. Voller Euphorie stellt man fest, dass das Mainboard doch keine 8 Grafikkarten verträgt, sondern bei 5 Schluss ist. Aber dann der Fund im Internet, ein BIOS-Patch. Jedoch kommt dann die Frage auf, ob die Karten dieser Belastung lange standhalten und wenn, wie lange? Die dritte Phase endet damit, dass man sich ein paar Mal auf die Finger gehauen hat, weil die Technik nicht so will, wie der Nutzer. Vor allem, weil man dann feststellt, dass Minig Rig heute schon 10 Stunden ohne Absturz gelaufen ist, oder?

Phase 4: Das Fluchen!

Phase 4 beginnt damit, dass man feststellt, dass die Difficulty täglich steigt und die Rendite minimiert. Auf den Charts sah das so schön aus, aber auf der Ertragseite kommt immer weniger an. Das fängt vor allem dann an, wenn der Kurs mal nicht steigt, sondern fällt. Von den anfänglichen 10 oder 50 € pro Tag sind am Ende noch 15 oder 5 € übrig. Das Mining ist auch davon abhängig, dass der Kurs steigt, ansonsten ist man aufgeschmissen. Schließlich kompensiert der steigende Kurs die ebenfalls steigende Difficulty. Also musst du hoffen, dass der Kurs weiter steigt, sonst fährst du Verluste ein. Der Taschenrechner wird zum besten Freund.

Phase 5: Die Qual der Wahl!

Während man sich immer die Frage stellt, ob man mehr hätte, wenn man sich kein Mining-Rig gebaut hat? Ja das hätte man, sofern der Kurs steigt. Man sollte nicht vergessen, dass am Ende auch die großen Miner nur daran verdienen, wenn der Kurs weiter steigt. Bei fallenden Kursen schalten diese den Betrieb ab. Die Folge ist, dass es zu erheblichen Schwankungen in der Rendite kommt. Diese Folge kann man dann nur so kompensieren, dass man 24 Stunden und 7 Tage die Woche auf das Rig schaut und es wartet.

Hat man vielleicht am Ende nur einen ziemlich teuren Gaming-PC?

Lohnt sich Mining?

Diese Frage kann man mit Ja beantworten. Der Return on Investment ist vorhanden. Man braucht Zeit und lernt die Technik kennen. Über die Zeit habe ich viele Miner kennen gelernt, das zum einen über meine Tätigkeit in der Steuerkanzlei, aber auch über die neuen Freundschaften und diverse andere Projekte. Es sind Miner dabei die schon 2010 oder 2011 angefangen haben. Diese erzählen noch von Zeiten, wo man pro 10.000 € erzielt hätte, bei dem heutigen Kurs. Diese Zeiten sind leider vorbei. Man sollte aber wie zu Anfang erwähnt nicht vergessen, es braucht die Miner, ansonsten steckt der Bitcoin in der Falle.

Sollte Euch jetzt die Idee des Mining gefallen, dann legt los. Es lohnt sich.

Meine Buchempfehlung für diesen Artikel. Eine Vorbestellung zu einem anderen Buch. Genesis Mining, was gibt es zu wissen? Wie besteuert man Cloudmining?

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