Bitcoin nicht der Feind? – Der große Trugschluss?

Immer wieder lese ich bei anderen Bloggern, sehe bei anderen YouTubern und lese in Foren, das Bitcoin der Feind der Regierungen, Zentralbanken und Banken ist. Was aber, wenn Bitcoin nicht der Feind ist? Frau Lagarde hat sich in einem Interview positiv gegenüber dem Bitcoin und der Blockchain geäußert, wieso sollte sie das tun? Was wäre also, wenn uns ein Bär aufgebunden wurde?

Bitcoin nicht der Feind?

In den letzten Monaten war ich aktiv in das Geschehen rund um Blockchain, Kryptowährungen und Mining eingebunden. Während ich die letzten Jahre eher nur passiv am Rande damit zu tun hatte. Jetzt stellt sich für mich aber nach dem Interview mit der IWF Chefin Frau Lagarde die Frage, was ist, wenn es alles nur ein Mythos war?

Ist vielleicht Bitcoin nicht der Feind, sondern die Lösung? In diesem Artikel werde ich auch ein bisschen verschwörerisch auf das Thema Bitcoin, Bargeldabschaffung und Kontrolle eingehen. Wie heißt es so schön, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Bitcoin als Feindbild

Seitdem ich aktiv im Geschehen (Facebook-Gruppen) bin fliegen mir immer diese Feindbilder um die Ohren. Die Regierung will die Kontrolle und Steuern, die Zentralbanken kontrollieren das Geld und Georg Orwells 1984 steht bevor. In jedem Vortrag auf deutsch oder englisch wird eines dieser Klischees bedient. Der Bürger soll als Opferlamm zum Altar geführt werden und nur der Wechsel in Kryptowährungen kann ihn vor Enteignung und Kontrolle schützen.

Ich investiere seit nun mehr als 5 Jahren in Aktien und Immobilien. Jedoch beim Blick auf die Kryptoszene habe ich das Gefühl, dass hier keinerlei Erfahrung im Spiel ist. Bereits vor über fünf Jahren gab es schon Bücher wie Cashkurs, der größte Raubzug und andere. Diese Bücher bedienen alle Klischees, so wie sie auch in der Kryptoszene zu finden sind. Die Regierung ist der Feind und investieren Sie in Bitcoin (Gold).

Das Problem in der Kryptoszene ist aber, dass hier noch weniger Erfahrung vorhanden ist als am Aktien– und Immobilienmarkt. In Aktien- und Immobiliengruppen ist meistens ein Know-how vorhanden, sei es betriebswirtschaftlich, volkswirtschaftlich oder sogar wirkliche Fachleute. Im Kryptomarkt sind nur vereinzelt Trader mit Kenntnissen in Charttechnik unterwegs. Für die meisten gilt aber nur Lambos und „Fuck the System“.

Ziele und Motivation

Auch damals wurden schon von Personen immer wieder propagiert, das Gold krisensicher ist. Ich habe auch schon darüber in „Crash die Welt geht unter“ das Thema beleuchtet. Menschen verkaufen Ihnen Gold oder Bitcoin (XYZ-Coin) und wollen am Ende Dollar und Euro. Du solltest also immer im Kopf behalten, dass im Kryptomarkt Menschen aktiv sind die Dein bestes wollen, nämlich Dein Geld oder deine Kryptos.

Ich merke langsam wie sich die Schlagzahl erhöht und immer mehr dieser Versuche gestartet werden. Damit versuchen sie jetzt sogar offizielle in das Spiel zu bringen. Mit offizielle meinen diese Personen Minister, Investoren und die allseits beliebten „Speaker“ oder altbekannte Strukturvertriebler.

Ich habe mit meiner Schwester fast 10 Jahre im Eventmanagement gearbeitet und es ist nicht schwer an solche Persönlichkeiten heranzukommen. Einem Speaker oder einem Investor zahlt man dann ein Vortragshonorar und offiziell wird das dann als „persönliches Interesse“ verkauft. Ein Minister kommt entweder gegen Bezahlung oder weil er eine Wahl gewinnen will. Das Produkt, die Vision oder die Technologie steht hinten an. An erster Stelle stehen Euro und Dollar, nicht Gold, Rohstoffe oder eben Kryptowährungen.

Zudem sollte man sich immer zuerst die Frage stellen, wieso verlangen diese Personen Geld. Ich habe selbst über die Besteuerung von Kryptowährungen geschrieben und viele Blogs und Steuerkanzleien haben nachgezogen. Die Informationen gibt es bereits an vielen Orten kostenlos im Internet. Jetzt gibt es einige die hier ein „Produkt“ verkaufen, das ist aber das Papier nicht Wert. Für diesen Preis sollte man lieber zum Steuerberater gehen oder die Information kostenlos aus dem Internet holen.

Es sind die altbekannten „kostenloses E-Book“, das Seminar für 7.777 € und das schlimmste ist, es gibt heute mehr Leute als damals die auf diese Spielchen hereinfallen. Man ist bequem und es ist nur einen Mausklick entfernt.

Feindbilder abbauen

Egal, ob es Flüchtlinge, ein anderer Verein, ein Konkurrent, der Banker (Bankster) oder die Regierung, all diese Feinbilder vereinen Menschen, so scheint es. Jedoch sollte man sich mal die Frage stellen, wie sieht dieser Personenkreis eigentlich die Gruppe mit dem Feindbild.

Es ist oftmals so, dass Feindbilder wie die Konkurrenz nur bei einem Unternehmen aufgebaut werden. Beim anderen Unternehmen, welches das Feindbild ist, wird aber oft nicht dieses Feindbild vorhanden sein. Hier unterscheiden Spielstrategen zwischen dem finite-Game und dem infinite-Game. Während sich die Personen mit dem finite-Game nur auf den nächsten Zug / das nächste Produkt konzentrieren, spiele der infinite-Player auf unendlicher Basis.

Der finite-Gamer kann sozusagen die Schlacht gewinnen, aber nie den Krieg. Das liegt daran, dass der finite-Gamer alle Ressourcen darauf verwendet die nächste Schlacht / Quartal oder irgendetwas zu überstehen. Der infinite-Gamer hingegen zielt auf die nächsten 10 / 20 / 30 Jahre ab.

IWF und Madame Lagarde

Wieso gehe ich also so ausführlich auf dieses Thema ein. Das ist ganz einfach. Frau Lagarde hat in den letzten Wochen geäußert, dass sie Bitcoin und Kryptowährungen nicht kritisch sieht. Goldman Sachs will groß in Bitcoin investieren und die BaFin warnt nur vor den Risiken. Auch auf internationaler Ebene hat sich die „Regulierungswelle“ nur als Ente herausgestellt. Es ging nie darum Bitcoin zu verbieten. (Stand November, wollen die Chinesen auch den Handel wieder zulassen.)

Alle Institute melden, dass sie für bestimmte Vorgänge einen gesetzlichen Rahmen schaffen wollen. Dieser gesetzliche Rahmen soll Anleger schützen. Dieser Schutz bedeutet nicht, dass es verboten wird, sondern dass zum Beispiel eine ICO bestimmte Kriterien erfüllen muss. Das wäre begrüßenswert.

Ebenfalls die Situation mit Estland hat nur ergeben, dass eine nationale Notenbank in der EU keine Kryptowährung auf den Markt bringen darf. Die EZB hat aber nicht gesagt, dass es der EZB untersagt ist.

Preistreiber durch Marketing

Eingangs bin ich schon auf das Thema Gold eingegangen. Wenn man jetzt diese beiden Dinge mit der aktuellen Situation vergleicht. Dann wird man feststellen, das es hier durchaus parallelen gibt. Die Frage also, was ist, wenn die Regierungen, Zentralbanken und andere Institute den Bitcoin positiv sehen und man sich des Mittels der Angst bedient.

Es war schon immer so, dass man mit Angst das Konsumverhalten steuern kann. Andernfalls würden Goldverkäufer nicht so viel Geld erwirtschaften. Deren Marketingstrategie ist darauf ausgelegt, dass Gold das einzige Zahlungsmittel nach dem Crash ist. Wenn Gold halt nur was Wert wäre. Auch für Gold gilt, wenn es keine Nachfrage gibt, dann hat es keinen Wert. Wieso sollte man nach einem Crash also Gold haben wollen.

Die Falle schnappt zu!

Anders sieht es aus, wenn man die Bargeldabschaffung will. Hier eignet sich Bitcoin, Ether oder andere perfekt um das Voranzutreiben. Das öffentliche Ledger kann man besten durchsucht werden. Damit also „Go Crypto“. Mit diesem Szenario wäre es eine einfache und effiziente Möglichkeit die Menschen vom Bargeld zu entwöhnen und in das digitale Zeitalter zu pressen. Man sollte an dieser Stelle nicht vergessen, wie groß der Aufschrei vor allem in Deutschland war, als der 500 €-Schein zur Debatte stand und jetzt abgeschafft wird.

Am Weg dorthin verdienen Marktschreier Ihr Geld mit MLM, ICOs oder anderem, aber langfristig könnte es sein, dass Du in einem infinite-Game bist und Du weißt nicht, wer dein Gegner ist. Das zeigt sich auch, dass sich einige Menschen hinter der „Anonymität“ von Bitcoin verstecken, wobei es diese nicht gibt.

Was, wenn es also wirklich so ist, dass eine Regierung hinter Bitcoin steckt oder vielleicht auch hinter Monero? Man muss sich immer bewusst sein, dass die Akteure in diesem Spiel nicht darauf angewiesen sind, dass ab 01.01.2018 kein Bargeld mehr verwendet wird. Diese Akteure planen das vielleicht erst für 2020 bis 2025. Damit wäre die breite mediale Präsenz von Bitcoin nur ein erster Schachzug.

Vor allem eine Sache sollte man in der Technik, Wirtschaft, Politik und Physik nie vergessen, nur weil Du etwas nicht weißt oder es nach Deiner Vorstellung nicht möglich ist, heißt es nicht, dass es nicht bereits existiert oder funktioniert.

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