Schulden, gut oder böse? (Investition gegen Konsum)

Ein Kredit kann entweder Last oder Chance sein. Doch welche Unterschiede gibt es bei Schulden? Was sollten Sie vermeiden! Sind Investitionsschulden gute Schulden oder schlechte Schulden? Welchen Hebel sollte man bei einer Investition nutzen?

Schulden

Was sind eigentlich Schuld? Schuld ist, wenn Sie eine Verpflichtung gegenüber jemand anderem haben. Diese Schuld kann entweder in einer Handlung oder in Geld sein. Schulden zu haben bzw. in der Schuld eines anderen zu stehen ist grundsätzlich keine gute Sache. Sie haben eine Verpflichtung die Sie erfüllen müssen. Schulden in Geldform unterscheiden sich aber dahingehend planbar sind und nutzbar gemacht werden können.

Steuer-Information:
Eine Schuld in Geldform besteht immer aus zwei Teilen. Der eine Teil ist der Zinsteil und der andere der Tilgungsanteil. Der Zinsausgaben sind als Betriebsausgabe bzw. als Werbungskosten abziehbar. Im Umkehrschluss sind Zinseinnahmen Betriebseinnahmen bzw. Einnahmen. Im Bereich der privaten Vermögensverwaltung unterliegen diese Zinsen der Kapitalertragsteuer. Der Tilgungsanteil stellt weder Betriebseinnahmen bzw. Einnahmen noch Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten dar.

Schulden kann man grundsätzlich in drei Kategorien unterteilen. Entweder Sie haben Konsumschulden, Notfallschulden oder Investitionsschulden. Letzteres ist aus meiner Sicht eine sinnvolle Schuld. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten!

Konsumschulden

Kreditkarten und Dispositionskredit am Limit. Was können Sie tun? Sollten Sie nicht mehr weiter wissen, dann klicken Sie hier. Die Spartipps können Ihnen helfen, damit Sie wieder auf einen grünen Zweig kommen. Sollten Sie aber keinen Ausweg mehr sehen und auch diese Tipps nicht ausreichend sein, dann kontaktieren Sie die örtliche Schuldnerberatungsstelle. Dort wird Ihnen geholfen. Schulden sind kein leichtes Thema, vor allem dann, wenn Sie sie los werden wollen!

Aber zurück zum Thema. Konsumschulden sind der Feind des Sparfuchses und des gewissenhaften Investors. Durch Konsumschulden erzielen Sie keinen Mehrwert. Sie erwirtschaften dadurch auch keine Erträge. Konsumschulden ziehen Ihnen Geld aus der Tasche. Das heißt, Konsumschulden bringen Ihnen grundsätzlich keinen Vorteil. Sie verkonsumieren hier Ihr Kapital der Zukunft. Denken Sie daran, irgendwann müssen Sie die Schuld bezahlen, auch wenn das Gut oder die Dienstleistung nicht mehr da sind.

Das wird teuer!

Konsumschulden sind die teuerste Schuldenart. Egal ob Kreditkarte oder Dispo, Sie zahlen hier bis zu 20 % an Zinsen. Sie sollten daher Konsumschulden vermeiden oder schnell abbezahlen. Es kann schließlich immer Mal passieren, dass es am Ende des Monats nicht ausgeht. Diese Schulden sollten Sie aber nicht auflaufen lassen. Wenn Sie es schleifen lassen sollten und Konsumschulden nicht bezahlen, dann verdoppeln sich diese alle 3,6 Jahre bei einem Zins von 20 %. Das heißt, Sie finanzieren dann nur noch die Bank aber nicht mehr das Produkt.

Diese Schuldenart können Sie leicht vermeiden in dem Sie eine Rücklage bilden. Damit sind Sie auf die wichtigsten Ereignisse vorbereitet. Manche zählen aber auch das Eigenheim zu Konsumschulden, ich bin hier zwar etwas skeptisch, aber auch das Eigenheim ist auf eine gewisse Weise Konsum und nicht Investition. Zumindest, wenn Sie nach Robert Kioysaki oder Gerald Hörhan gehen.

Wenn Sie aber anstatt 20 % zahlen, 20 % verdienen wollen. Dann könnten P2P-Kredite für Sie interessant sein. (Beachten Sie das Risiko!)

Notfallschulden

Von den Konsumschulden zu unterscheiden sind die Notfallschulden. In der breiten Masse werden diese Schulden oft nicht zu sehr unterschieden. Ein Notfall kann eintreten. Das wäre der Fall, wenn Sie unerwartet arbeitslos oder krank werden. Das würde auf die Schnelle zu einer starken finanziellen Belastung führen. Diese können Sie aber vermeiden.

Zur Überbrückung von kurzfristigen Turbulenzen kann eine Rücklage reichen. Dieser sogenannte Emergency Fund kann Sie somit davor schützen, dass Sie gleich ausziehen oder Vermögen verkaufen müssen. Sie können eine Zeitlang sparsam weiterleben, aber müssen nicht panisch reagieren. Zu diesen kurzfristigen Turbulenzen zählt vor allem die Arbeitslosigkeit. Denken Sie aber auch daran, dass Sie hier möglichst schnell zum Arbeitsamt gehen sollten. Zum einen um Probleme zu vermeiden und zum anderen um den Cashflow am Laufen zu halten. Es ist keine Schande zum Arbeitsamt zu gehen oder über andere Träger Gelder zu beziehen.

Planen!

Schwieriger wird es, wenn heftige Turbulenzen entstehen. Das kann eine schwere Krankheit, ein Pflegefall in der Familie oder ein Unfall sein. Sobald Sie dieses Ereignis trifft, müssen Sie reagieren. Ich habe es oft erlebt, dass vor allem hier Menschen wie gelähmt weiter Leben als wäre nichts gewesen. Währenddessen gehen die Finanzen den Bach runter. Sie sollten daher auch hier für einen Schutz sorgen. Einen leichten Schutz bietet auch hier kurzfristig die Rücklage. Langfristig können Sie sich davor mit den richtigen Versicherungen schützen. Um nur einige zu nennen Unfallversicherung, Berufsunfähigkeit oder Lebensversicherung. Für die richtige Versicherung sollten Sie einen unabhängigen Berater aufsuchen!

Notfallschulden können entstehen, sie können Sie auch aus der Bahn werfen. Aber lassen Sie sich davon nicht kontrollieren. Vermeiden Sie Panik und behalten Sie Ihre Situation im Auge. Es ist oft schwer, aber wenn der Ernährer in einer Familie weg fällt, muss für die Familie gesorgt sein. Befassen Sie sich daher auch mit der Thematik Erben und Testament. Auch ein Ehevertrag spielt eine wichtige Rolle. Denken Sie daran, Verträge werden in guten Zeiten geschossen, damit sie Sie in schlechten Zeiten schützen.

Investitionsschulden

Ich habe selbst lange gebraucht um die Antwort für mich zu finden. Die Frage ist aber relativ leicht beantwortet. Schulden können gut sein, wenn Sie einem langfristigen Ziel folgen. Als langfristiges Ziel habe ich für mich die Investition in Immobilien gefunden. Es kann aber auch die Finanzierung einer Beteiligung oder einer Existenzgründung sein.

Das Ziel von Investitionsschulden ist, dass durch die Schulden Erträge erwirtschaftet werden. Sie müssen natürlich die erste Zeit auf nennenswerte Erträge verzichten. Langfristig kann es sich lohnen. Das vor allem auch steuerlich. Das heißt, dass vor allem die vermietete Immobilie eine Investition darstellt. Die selbstgenutzte sehe ich eher als Konsumschuld. Hier ist es jedoch stark davon abhängig, ob kaufen für Sie günstiger als mieten ist. Des Weiteren auch die Frage, wie viel Eigenkapital stellen Sie bereit. Im Endeffekt ist das eine sehr individuelle Entscheidung. Um Ihnen diese zu vereinfachen, Sie sollten neben den Raten auch ungeplante Reparaturen zahlen können. Dann kann das Eigenheim für das richtige sein.

Sie sollten aber bei Investitionsschulden auch unterscheiden, sind es planbare Schulden? Als Beispiel, wenn Sie eine Immobilie vermieten, dann zahlen Sie mit den Mieteinnahmen die Schulden zurück. Vielleicht müssen Sie etwas drauf zahlen oder Sie haben einen leichten Überschuss. Hingegen kritisch sollten Sie sein, wenn Ihnen spezielle Finanzierungen angeboten werden. Das können Fremdwährungsdarlehen, Variable Darlehen und andere sein. Abzuraten ist auf jeden Fall von der Finanzierung von Aktienkäufe. Sie sollten derartige Finanzierungen nur durchführen, wenn Sie die Investition und die Materie wirklich verstanden haben. Ansonsten kann Ihnen das blühen, was vielen Anlegern und Investoren bei Finanzierung in Schweizerfranken passiert ist, als diese den Kurs freigegeben haben.

Fazit

Abschließend lässt sich wie immer sagen, es kommt darauf an. Konsumschulden und Notfallschulden sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Vor allem, weil diese Schulden mit hohen Zinsen zusammenhängen. Sie finanzieren auf diese Weise schnell mal den Arbeitsplatz Ihres Bankers. Diese Schulden können Sie auch leicht durch eine Versicherung oder eine Rücklage vermeiden. Investitionsschulden können einen Mehrwert schaffen, aber Sie sollten das ganze genau durchrechnen und sich einen Überblick über die Gesamtsituation machen. Es ist oft passiert, dass gut geplante Investitionen durch einen Notfall zum Fiasko wurden. Vermeiden Sie das. Planen Sie also immer im Voraus!

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