Kündigen und Durchstarten! Vollzeitunternehmer werden!

Irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht mehr nebenbei geht. Wenn Du nicht von Anfang an Vollzeitunternehmer warst, dann ist der Schritt vom Nebengewerbe in das Unternehmertum ein kritischer Part. Was solltest Du dabei beachten? Kündigen und durchstarten so geht es!

Kündigen und Durchstarten!

Ich selbst habe den Schritt noch nicht gewagt und er liegt auch noch in weiter Ferne. Ich bin noch als Angestellter in einer Steuerkanzlei und arbeite aber nebenberuflich an Projekten. Jedoch begleite ich sehr viele Menschen bei der Gründung und daraus hat sich doch einiges an Erfahrung angesammelt.

Der richtige Zeitpunkt!

Wie bei allem im Leben gibt es den richtigen Zeitpunkt nicht. Der richtige Zeitpunkt vom Wechsel aus dem Angestelltenverhältnis zum Unternehmer kann nicht an Hand von fixen Parametern pauschal festgemacht werden. Für Dich selbst kann es aber dann der Fall sein, wenn Du genug mit deinem Unternehmen verdienst. Doch was ist die richtige Menge und bleibt das auch so?

Das mit dem genug verdienen ist aber auch so eine Sache. Ich selbst verdiene hauptberuflich und mit meinen Projekten relativ gut. Mein größeres Problem ist aber die Zeit. Ich benötige täglich ein bis zwei Stunden um E-Mails und Kommentare aus meinem Nebengewerbe zu beantworten. Daher spielt auch die Komponente Zeit eine Rolle.

Es ist daher langfristig nicht möglich beides zu machen. Es sei denn, Dein Projekt bzw. Gewerbe ist soweit automatisiert, dass es Dir keine Zeit wegnimmt. Dann kann es vielleicht sinnvoll sein, zuerst einfach mal nur auf Teilzeit zu reduzieren. Die Alternative ist, dass Du einfach nichts machst und so weiter arbeitest, um das beste aus beiden Welten zu nutzen! (Thema Passives Einkommen)

Schritte planen!

Viele vergessen beim Wechsel vom Angestellten zum Unternehmer aber einige Dinge. Diese möchte ich einmal hier aufzählen. Vor allem, da viele spätestens dann Ihr blaues Wunder erleben.

Gehalt

Wenn man den Wechsel vollzieht und seinem Arbeitgeber kündigt, dann bringt das so einiges ins Rollen. Als erstes, man hat ab dem nächsten Monat kein fixes Gehalt mehr. Das kann natürlich eine Umstellung sein, wenn das Gehalt nicht mehr am letzten des Monats oder am ersten am Konto eintrifft, sondern verteilt auf den Monat.

In diesem Fall muss man eine Lösung finden. Das wäre zum Beispiel die Trennung von betrieblichen und privaten Konten. Im Grunde greift auch hier der alte Trick „Zahl Dir selbst das Gehalt„.

Jedoch ist das noch nicht einmal das größte Problem. Eine größere Auswirkung hat es, dass Dir das Gehalt schlichtweg fehlt. Wenn Du Dich an Deinen Lebensstandard gewöhnt hast, mit einem fixen Gehalt und dem Zusatzverdienst, dann bedeutet das sparen. Sollte das nicht der Fall sein, dann solltest Du mit Deinem Gewinn auskommen, sofern dieser über dem Gehalt liegt.

Versicherungen

Das Problem, welches viele Unternehmer haben ist, dass sie sich selbst versichern müssen. Als Arbeitnehmer wird vom Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung alles abgeführt. Man erhält am Ende sein Nettogehalt abzüglich Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeits- und Unfallversicherung.

Je nach Höhe der Gewinne können diese abweichen. Es gibt für Unternehmer die Möglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, in diesem Fall müssen Unternehmer aber mindestens 300 € pro Monat aufbringen. Das kann teuer sein und muss von Dir überwacht werden. Das ist einer der Gründe, warum ich den Schritt noch nicht gegangen bin.

Steuern

Ebenfalls musst Du Dich daran gewöhnen, dass Du ab jetzt Deine Steuern selbst bezahlen musst. Das heißt, dass Dein kompletter Jahresgewinn anteilig versteuert wird. Die Zahlungen sind dann immer vierteljährlich fällig, sofern Du bisher noch keine Einkommensteuervorauszahlungen geleistet hast, dann sind die Termine der 10. März., 10. Juni, 10. September und 10. Dezember.

Aufträge und Rücklagen

Das Problem ist, dass meist nach einem starken Wachstum oft eine kleine Schwächephase oder Stagnation kommt. Sollte ein Teil Deiner Aufträge nicht zum Abschluss kommen oder eventuell ein Kunde wegbrechen, dann kann es schon mal schlecht aussehen.

Es klingt zwar etwas lächerlich, aber auch Unternehmen sollten ein Sparschwein haben und die 10 %-Regel einhalten. Wobei Unternehmer die Sparquote je nach Steuerbelastung etwas höher ansetzen sollten. Das liegt zudem daran, dass man als Arbeitnehmer nur seine Arbeitszeit verkauft. Wenn Du aber als Unternehmer keinen Auftrag mehr hast, dann sieht es schon etwas anders aus. Du hast keinen Arbeitgeber mehr, der Dein Gehalt überweist, auch wenn kein Auftrag da ist.

Daher sollten Unternehmer immer eine gewisse Rücklage haben, damit sie langfristig am Markt bestehen können und auch kurzfristige Schwankungen aussitzen und vor allem überleben können.

Kosten im Blick behalten

Für Unternehmer gilt es auch die Fixkosten im Blick zu behalten, sowohl Privat, als auch betrieblich. Geldfresser können der schnellste Liquiditätskiller sein. Vor allem junge Unternehmer oder schnell sehr erfolgreiche Unternehmer expandieren, investieren oder konsumieren meist zu schnell.

Das habe ich bei mir selbst erst wieder erlebt. Man muss zwar regelmäßig investieren und die Hardware aktualisieren, aber man sollte es nicht zu sehr übertreiben. Ein klassisches Beispiel ist das neue MacBook oder der Leasingwagen. Beim Leasingwagen können sich viele Jungunternehmer gerade die Raten leisten vergessen aber, dass das Auto auch eine Versicherung, Benzin und andere Kosten mit sich bringt, das vergessen einige.

Langfristig

Du solltest auch immer bedenken, dass die Selbständigkeit nur Sinn ergibt, wenn Dein Konzept langfristig tragbar ist. Das heißt, über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren sollte Deine Unternehmung einen positiven Cashflow erwirtschaften.

Wichtig ist aber auch, dass Du Deine Unternehmung langfristig auf mehrere Beine stellst. Als Beispiel beinhalten meine Projekte zum einem Steuern mit Kopf, Finanzgeflüster und Spardirsteuern.de. Diese werden immer wieder erweitert, ausgebaut und umgebaut. Langfristig auf einem Bein zu stehen kann Dich leicht umwerfen. Aus diesem Grund nutze ich auch mein Angestelltenverhältnis als weiteres Standbein. Eventuell eine passive Einkunft?

Trau Dich!

Natürlich gibt es noch die ein oder andere weitere Sache zu beachten. Aber grundsätzlich sind die Themen Steuern, Rücklagen, Versicherungen und mehrere Standbeine das A und O für eine gute und langfristige Unternehmung. Das wichtigste ist aber, dass Du nicht von fehlenden Einnahmen oder kurzen Flauten verunsichern oder einschüchtern lässt. Viel Erfolg!

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80 Idee über “Kündigen und Durchstarten! Vollzeitunternehmer werden!

  1. bankenretter sagt:

    Witzig, ich bin nach ungefähr 10 Jahren Selbständigkeit freiwillig ohne Not oder schlechte Auftragslage zurück in den Festanstellungsjob gegangen. Ich wollte irgendwann nicht mehr „selbst“ und „ständig“ sein. Einfach am Abend meinen Feierabend geniessen, Wochenende haben, bezahlten Urlaub und bezahlte Krankheitstage, keine fünfstelligen Steuervorauszahlungen. Ich mag meinen Job, vielleicht weil er mir sehr viele Freiräume gibt. Die Pläne der Regierung eine Zwangseinzahlung in die Rentenkasse einzuführen, dürften vielen Selbständigen neben Krankenkasse, Steuern etc. das Genick brechen.

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